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Bolivien

 

15.06.10

 

Wir reisten nach Bolivien ein. Am Grenzübergang kamen wir das erste Mal mit der in Bolivien berühmt berüchtigten Bürokratie oder besser gesagt mit der willkürlichen Auslegung der Gesetze durch ihre Angestellten in Berührung:

  • Wir baten den Grenzer uns die Aufenthaltsbewilligung für 90 Tage zu geben, nach ein paar fadenscheinigen Ausreden bekamen wir 60 Tage.

  • Beim Zoll baten wir wieder darum, für MAX 90 Tage zu bekommen, er bekam nur 30 Tage mit dem Hinweis, in La Paz wäre es ganz einfach möglich eine Verlängerung zu bekommen.

 

Vorne weg: In La Paz bekamen wir später für MAX anstatt der geforderten 60 Tage, 180 Tage Aufenthaltsgenehmigung, obwohl laut Gesetz angeblich nur 90 Tage möglich wären.

 

Zu guter Letzt wurden unsere Daten noch von der Polizei in ein Buch eingetragen. Dafür verlangte der Polizist auch noch ein paar Bolivianos. Davon sah er dann aber ab, nachdem er erfuhr, dass wir „Kollegen“ sind.

 

 

16.-23.06.10

 

Die letzten Tage waren wir im Hotel Oberland in La Paz. Das Hotel ist einer der Treffpunkte, die fast jeder Südamerikareisender mit seinem Fahrzeug anfährt. So war es auch nicht verwunderlich, dass der ganze Hof voll geparkt war. Deutsche, Österreicher, Schweizer, Holländer, Kanadier und natürlich Franzosen. Ein buntes Gemisch verschiedener Nationen, verschiedener Altersstufen und Interessen, aber alle mit einem Ziel: Südamerika zu bereisen. Es herrschte eine schöne, entspannte Atmosphäre, jeder hilft jedem und es werden Tipps und Erlebnisse ausgetauscht.

Und fast jeder schraubte an seinem Fahrzeug.....

 

Seit dem Titicacasee leckte unser Kühler, also war ich in einer Werkstatt um ihn reparieren zu lassen. Da es ein Aluminiumkühler mit Plastikrahmen ist, konnten sie nicht mehr machen, als das Loch mit Epoxidharz ab zukleben. Mal schauen wie lange es hält.

 

Außerdem ist das Seil unserer Differentialsperre gerissen. In der Werkstatt einer Schwerlastspedition haben sie uns ein neues Seil gefertigt und eingebaut. Für die Arbeit haben sie nichts verlangt, nur das Material mussten wir bezahlen. Sehr nett.

 

Mindestens einen Tag planten wir für die Verlängerung der Aufenthaltserlaubnis für MAX ein, da andere Reisende uns erzählt hatten, es wäre eine sehr langwierige und mit viel Bettelei und Honig um den Mund schmieren verbundene Angelegenheit.

Zwei berichteten sogar, dass sie es schon seit fünf Tagen probieren, aber nicht weiterkommen.

 

Wir kamen dort an, trafen zufällig die Sekretärin des Chefs, die war ganz entzückt von Jakob und zwei Stunden später verließen wir das Zollgebäude mit der Erlaubnis für 180 Tage wieder.

So einfach kann´s gehen...

 

Wieder erwarten hat uns La Paz sehr gut gefallen. Die Innenstadt war sauber und aufgeräumt. Und die Lage der Stadt in dem Talkessel ist atemberaubend. Die Innenstadt liegt rund 1000 Höhenmeter tiefer als die Zwilllingsstadt El Alto, wobei der Übergang fließend ist.

Im Zentrum wechseln sich moderne Geschäfte und indigene Märkte, Hochhäuser und koloniale Bauten ab und lassen eine einzigartige Atmosphäre entstehen, die einen Spaziergang durch die Stadt sehr interessant macht.

 

24.-26.06.10

 

Im Hotel Oberland lernten wir auch Kathi und Michael mit ihrem Landrover kennen.

Sie wollen auch wie wir zum Salar de Uyuni und dann eventuell weiter über die sogenannte Lagunenstraße. Da man auf dieser einsamen Strecke so gut wie keine Menschen trifft, es keinerlei Versorgungsmöglichkeiten gibt und die Piste aufgrund der Höhe (man bewegt sich immer zwischen 4000 und 5000 Meter Höhe) nicht ganz ungefährlich ist, beschlossen wir die nächsten Tage gemeinsam zu reisen.

 

Obwohl wir einen GPS – Punkt von einer nicht so viel benutzten Auffahrtsrampe auf den Salar hatten, fanden wir die richtige Piste nicht und verfuhren uns. Auch die wenigen Menschen die wir trafen, konnten uns nicht weiterhelfen. Also peilten wir den Punkt direkt an und fuhren querfeldein und über irgendwelche ausgewaschene Eselspfade zum Salar. und fanden eine trockene Rampe auf den Salzsee.

 

Uns überkam ein unbeschreibliches Gefühl, als wir ausgelassen über die ebene Salzfläche rasten. Schneeweiß bis zum Horizont, nur unterbrochen von ein paar Inseln. Irgendwie Surreal und nicht ganz ungefährlich. Unter der harten Oberfläche gibt es sogenannte Ojos (Augen), in die schon manches Fahrzeug eingebrochen ist und erst nach langem Schaufeln wieder frei kam. Aber trotzdem machte es uns unheimlich viel Spaß.

 

Wir fanden auch einen schönen Standplatz in einer Bucht auf einer der Inseln. Wir beschlossen ein zwei Nächte dort zu verbringen, aber es sollten mehr werden...

 

27.06.10

 

Als ich heute Morgen unter das Auto schaute merkte ich, dass der Kühler schon wieder tropft. Da das Wasser immer nur Nachts läuft und ein vermeidliches Loch schon gestopft war, war eigentlich klar, dass die Gummidichtung am Plastikrand defekt war.

Zum Glück war Michael dabei. Bevor er ins IT – Geschäft wechselte hat er eine Lehre als Mechaniker absolviert. Zusammen bauten wir den Kühler aus und unsere Erwartungen wurden bestätigt. Wir versuchten noch so gut es ging die Dichtung an der defekten Stelle auszubauen und mit Epoxid abzudichten. Aber es war klar, dass wir nicht darum herum kommen würden einen neuen Kühler aus Kupfer machen zu lassen.

 

28.06.-01.07.10

 

Alex:

 

Michael fuhr mich und den alten Kühler die 100 km nach Uyuni am Ufer des Salars. Dort kaufte ich mir ein Ticket für den Nachtbus nach La Paz. Ich wusste, dass ich einmal umsteigen musste, aber dass ich auf dem eiskalten Busbahnhof mitten in der Nacht noch zwei Stunden auf den Anschlussbus waren musste, wusste ich nicht. Also habe ich mir kurzerhand eine Fahrkarte für einen Bus einer anderen Gesellschaft gekauft, der sofort weiterfuhr.

In La Paz angekommen, nahm ich ein Taxi zum Oberland und baute dort Kicki´s Baumarktzelt auf. Dann ging´s weiter mit dem altem Kühler unterm Arm zu der Kühlerwerkstatt.

 

Dort wurde ich schon erwartet, da ich von Uyuni aus schon angerufen hatte und sie versprachen mir den neuen Kühler am darauffolgenden Tag um 10.00 Uhr fertig zu haben.

Den Tag verbrachte ich mit bummeln, einkaufen und lesen. Abends fuhr ich noch einmal in die Werkstatt, um mir bestätigen zu lassen, dass sie am nächsten Tag fertig werden.

 

Als ich am nächsten Tag um 11.00 Uhr in der Werkstatt war, waren sie immer noch am bauen. Sie sagten mir aber bis abends seien sie auf jeden Fall fertig, also bin ich zum Bahnhof und kaufte mir ein Ticket für einen Nachtbus um 20.00 Uhr nach Uyuni.

Zurück in der Werkstatt, vergingen die Stunden, es wurde fünf, sechs, sieben, ich wurde immer unruhiger..., um kurz vor acht waren sie dann endlich fertig, aber der Bus nach Uyuni war schon abgefahren.

Also wieder zurück ins Oberland, aber diesmal mit einem fertigen neuen Kupferkühler unter Arm und der Sicherheit in der Nacht darauf zurück nach Uyuni fahren zu können.

Diesmal kaufte ich ein Ticket für einen Touristenbus, dieser war beheizt und ich musste nicht umsteigen. In Uyuni war es sehr kalt und ich musste bis um zwei Uhr warten, bis mich Michael und Kathi endlich mit ihrem Landi abholten.

 

Susi, Jakob, Kahti und Michael verbrachen in der Zwischenzeit ein paar schöne und erholsame Tage auf der kleinen Insel im Salar.

 

 

02.-05.07.10

 

Wir bauten den Kühler ein, er passt und funktioniert. Gottseidank, wir sind wieder mobil. Wir sagen jeden Tag, morgen fahren wir weiter, aber es ist so schön in „unserer“ Bucht, dass wir immer wieder einen Grund finden um die Abfahrt noch einen Tag hinauszuzögern. Die Tage verbringen wie mit langem Frühstücken und unterhalten, am Abend wird gekocht, gegessen und bis spät in die Nacht Yanif (ein israelisches Kartenspiel) gespielt.

Aber morgen ist es endgültig so weit, wir müssen los, uns gehen die Vorräte aus.

 

06.-08.07.10

 

Wir verbringen zwei Tage in Uyuni, einer kleiner, staubigen, von Sturm gebeutelten, trostlosen Stadt am Rande des Salars, um uns zu duschen, die Vorräte aufzufüllen und uns für die bevorstehende menschenleere Strecke zu rüsten.

 

09.07.10

 

In San Cristobal machten wir stopp und nutzen die letzte Möglichkeit, noch einmal die Dieseltanks vollzutanken.

 

10.07.10

 

Wir fuhren durch eine wunderschöne Altiplanolandschaft vorbei an kleinen Lagunen, durch Bäche und Flüsse zur Laguna Hedionda. Auf ihr konnten wir schöne Flamingos beobachten, die mit ihren langen krummen Schnäbeln kleine Krebse aus dem extrem salzigen Wasser filtern.

 

 

11.-15.07.10

 

Von der Laguna Hedionda wollten wir ziemlich früh weiterfahren. Aber die Autos sprangen nicht an, der Diesel war eingefroren, kein Wunder es hatte um 07.30 Uhr immer noch -17 Grad Celsius. Also haben wir unsere Kocher unter die Tanks gestellt und versucht den Diesel zu erwärmen. Dummerweise waren auch die Batterien von den Startversuchen schon ziemlich am Ende. Irgendwann sprang dann der Landi an und konnte MAX Starthilfe geben, aber trotzdem wollte er nicht anspringen. Jetzt wollte der Anlasser nicht mehr. Ein kleiner Schlag mit dem Hammer half ihm wieder auf die Sprünge. Wahrscheinlich war er wegen den Wasserdurchfahrten auch eingefroren.

Um MAX dann doch endlich zum Anspringen bewegen zu können, musste ich dann noch den Luftfilter rausnehmen.

 

Wir lernten daraus und ließen die Motoren die nächsten Nächte durchlaufen. Diesel hatten wir genug dabei und so war es kein Problem. Außerdem hatten wir es so auch in der Nacht schön warm im Auto. Da die Dieselstandheizung in dieser Höhe nicht mehr funktionierte, wäre es ansonsten ziemlich kalt geworden. Die Temperaturen fielen Nachts auf – 20 Grad Celsius.

 

Wir fuhren weiter bis zur Laguna Colorado. Das Farbenspiel dort war traumhaft. Die untergehenden Sonne tauchte das rote Wasser, das Weiß des Salzes und die verschiedenen Brauntöne der Landschaft außen herum in ein warmes Licht. Leider war es dort sehr kalt und der Wind stürmte ohne Unterlass, so dass wir uns bald wieder in unsere Fahrzeuge verkrochen.

 

Am nächsten Morgen brachen wir schon um 07.00 Uhr zum höchsten Geysirfeld der Weld auf etwa 4850 Meter Höhe auf, da der dortige Geysir Sol de Manana nur bis etwa 10.00 Uhr eine 10 Meter hohe Dampffahne haben soll. Wir waren um 08.30 Uhr dort, haben aber keine so hohe Fahne gesehen. Trotzdem war es schön.

 

Danach fuhren wir weiter zu einem Thermalbecken, in dem wir uns ein warmes Bad gönnten.

 

Eigentlich wollten wir von hier weiterfahren an die Laguna Verde, nahe der chilenischen Grenze, aber die Nationalparkwärter warnten uns und rieten uns davon ab, da es dort noch kälter wäre und ein französisches Fahrzeug dort mit Kühlerschaden festhinge, außerdem sei sie sowieso zu gefroren.

Also machten wir uns gleich, ohne den Umweg über die Laguna Verde, auf den Weg nach Tupiza.

 

Am nächsten Tag beschlossen wir Männer den eingesparten Diesel „sinnvoll“ zu nutzten und auf der höchsten mit dem Auto befahrbaren Piste auf den 6030 Meter Hohen Vulkan Uturuncu zu fahren. Den MAX parkten wir windgeschützt zwischen den Gebäuden einer alten aufgegebenen Mine und ließen die Frauen und Jakob bei ihm zurück.

 

Michael und ich fuhren im Landi weiter. Wir kämpften uns Meter um Meter hoch und auf 5400 Meter Höhe versperrte uns ein Scheefeld die Weiterfahrt. Davor parkte der Jeep eines Tourenanbieters. Der Fahrer erklärte uns, dass es ab hier nur noch zu Fuß weitergehen würde. Michael glaubt aber an seinen Landrover und versuchte das Feld zu bezwingen. Nach dem vierten Anlauf klappte es und wir kamen weiter.

 

Auf 5600 Meter war dann aber endgültig Schluß. Über das folgende vereiste Schneefeld kam nicht einmal der Landi, also parkten wir und gingen zu Fuß weiter. Uns empfing sofort ein eiskalter stürmischer Wind, der uns den Sand und kleine leichte Lavasteinchen ins Gesicht blies.

Wir schafften es noch auf 5800 Meter, aber dann war Schluß. Wir mußten umkehren, damit wir noch bei Licht über die Schneefelder fahren konnten.

Es war ein großartiges Erlebnis und die Aussicht grandios. Aber das beste war der Wind, ich glaube ich habe noch nie so einen Sturm erlebt. Die Böen waren so heftig, dass wir nicht mehr vorwärtsgehen konnten, ja sogar nach hinten weggeblasen wurden. Unglaublich, die Kräfte der Natur so zu spüren. Wir waren ganz aufgedreht, als wir unseren Frauen davon erzählten.

 

Als wir am nächsten Morgen losfahren wollten, blockierten unsere Hinterradbremsen. Ein paar Schläge mit dem Hammer lösten sie wieder. Wahrscheinlich waren sie angefroren gewesen, weil wir kurz vor unserm Schlafplatz noch einen Bach durchqueren mussten.

 

Drei Tage später erreichten wir dann Tupiza, die größte Stadt in der Umgebung. Da unsere Bremsen immer weniger Wirkung zeigten, stellten wir die Hinterradbremsen wieder nach. Unser bekanntes Problem nach Wellblechpisten. Da das Bremsverhalten aber danach immer noch zu wünschen übrig ließ, kontrollierten wir auch noch die Vorderradbremsen und mussten erstaunt feststellen, dass sich bei einem Rad die Bremsklötze von den Metallträgerplatten losgerüttelt hatten und wir einen sogar verloren hatten.

Zum Glück fanden wir einen Mechaniker, der uns neue Bremsklötze machen konnte.

 

Zum Glück warnte uns der Hotelbesitzer, in dessen Garten wir standen, dass es eine Straßenblockade gäbe und der Diesel eventuell knapp würde. Also sind wir gleich zur Tankstelle gefahren und wollten tanken. Die Frau an den Tanksäulen machte uns netterweise darauf aufmerksam, dass der Diesel und der Benzin für Ausländer doppelt so teuer sei, als für Bolivianer. Das gälte aber nur, wenn in ein Fahrzeug mit ausländischem Kennzeichen getankt werden würde.

Nach einigem diskutieren, gab sie uns den Tipp, wir sollten doch unsere Autos versteckt parken und mit Kanistern zu Fuß zum Tanken kommen, dann könnte sie uns den normalen Preis berechnen. Also fuhren wir in eine Seitenstraße und trugen insgesamt rund 300 Liter Diesel in Kanistern von der Tankstelle zu den Fahrzeugen. Zuerst schimpften wir beim Gehen immer auf den Tankstellenbesitzer, weil wir dachten es sie seine Geldgier, die uns zum Tragen zwingt. Als sich aber genau dieser bei uns für die Plackerei entschuldigte, wussten wir, dass es wieder eine der dummen Ideen der aktuellen bolivianischen Regierung war.

 

 

Fazit:

 

Die Strecke Uyuni - Laguna Colorada – Tupiza war katastrophal, wellblech, steinig, teilweise vom Wasser ausgespühlt, stellenweise kamen wir nur mit Allrad und dank viel Bodenfreiheit weiter. Außerdem mussten wir viele Bäche und kleinere Flüsse durchqueren. Es war sehr kalt und der stürmische Wind blies uns den feinen Sand der Hochlandwüste in jede Ritze. Am Ende war alles eingestaubt, das Auto innen und außen und wir von oben bis unten.

Aber es machte uns trotzdem viel Spaß, vor allem weil wir mit zwei Fahrzeugen unterwegs waren und uns deshalb weniger Sorgen machen mussten und landschaftlich war es traumhaft, für uns das schönste was die Hochanden zu bieten haben.

 

18.-19.07.10

 

Nachdem wir uns von den Strapazen der vergangenen Tage erholt hatten, fuhren wir weiter nach Potosí. Ursprünglich wollten wir uns dort eines der Bergwerke, in dem wie einen schweizer Käse durchlöcherten Cerro Rico anschauen, aber wir änderten unseren Plan, wir wollen jetzt so schnell wie möglich ins Pantanal nach Brasilien. Die Zeit läuft uns davon, wir haben nur noch 1 ½ Monate. Also lassen wir Potosí links liegen und fahren weiter nach Sucre.

 

Kathi und Michael haben sich auch entschlossen uns zu begleiten, vorerst einmal nur bis nach Santa Cruz, dort wollen sie weiter entscheiden. 

 

Wir kommen ziemlich spät in Sucre an und finden zuerst keinen Standplatz. Wir könnten zwar auf dem Parkplatz des Kolpinghotels stehen, aber ohne Dusche. Nach langem diskutieren entschließen wir uns ein Vierbettzimmer zu gönnen, das reichhaltige Frühstücksbuffet gab den Ausschlag. Es war mal wieder schön, in einem richtigen Bett zu schlafen.

 

20.07.10

 

Das Frühstück kosteten wir heute voll aus, wir waren die einzigsten Gäste im Frühstücksraum und so konnten wir richtig schlemmen. Anschließend schauten wir uns Sucre an, eine der schönsten Städte Südamerikas. Die weißgetünchten Fassaden ihrer Kolonialbauten leuchteten in der Sonne, während wir durch die Straßen schlenderten. Die Stadt lädt zu einem längerem Aufenthalt ein, aber wir wollen weiter.

 

neu:

 

21.-27.07.10

 

Die letzten Tage fuhren wir 750 km von den Bergen herunter ins Tiefland nach Santa Cruz. Das meiste davon waren wir auf einer nervtötenden, langweiligen, staubigen Wellblechpiste unterwegs.

 

Und wie sollte es anders sein, plötzlich fingen unterwegs die Bremsen von MAX wieder einmal an zu quietschen. Diesmal waren es nicht die Bremsklötze vorne, nicht die Bremsbacken hinten und auch nicht der automatische Nachsteller der Handbremse, nein, diesmal war es eine der Rückholfedern, der Bremsbacken. Sie war abgerissen und hatte schon Rillen in die Bremstrommel geschliffen. Zum Glück hatte Michael die rettende Idee und einen Schraubstock an seinem Landi montiert. So konnten wir aus einem Splint eine neue Befestigung für die Feder bauen und den Karren wieder flott machen.

 

Santa Cruz gilt als die modernste und aufstrebendste Stadt Boliviens.

Eigentlich wollten wir uns hier bloß noch einmal mit dem Nötigsten eindecken, die notwendigen Reparaturen an unseren Fahrzeugen machen lassen und dann so bald wie möglich weiterfahren Richtung Brasilien.

 

Unsere erste Anlaufadresse war wie schon so oft eine Iveco – Vertretung, um uns nach neuen Bremsklötzen zu erkundigen. Leider waren sie nicht sehr freundlich und verwiesen uns gleich an eine nahe gelegene Werkstatt, die angeblich Ersatzteile habe. Der Besitzer der Werkstatt machte einen freundlichen Eindruck und war auch gleich sehr bemüht. Original Bremsklötze hätte er nicht, aber er kenne eine gute Werkstatt, die uns welche machen könne. Auch für Michael und Kathis Problem, das Aufstelldach ihres Landis hatte einen Riss, hatte er eine Lösung. Eine Freund von ihm ist Schweißer und könne auch Alu schweißen. Mit der Aussage, er wolle ihn gleich einmal holen, wir sollen warten, stieg er in sein Auto und fuhr los.

Während wir warteten, montierte ich den Reifen wieder, den ich abgeschraubt hatte, um eine neue Feder einzubauen. Nach einiger Zeit bemerkte Susi, dass genau dieser Reifen Luft verliert, wir hatten uns eine Schraube eingefahren. Sofort war Michael wieder zur Stelle, er holte sein Reifenreparaturset hervor und flickte das Loch.

Er hat irgendwie Spaß daran an MAX herumzuschrauben. Mit einem Grinsen im Gesicht hat er einmal gesagt:“Er liebt es an Autos rumzubasteln, aber ein Landi geht einfach nicht kaputt.“

 

Die beiden Schweizer verabredeten für nächsten Morgen einen Termin beim Aluschweißer und wir bei einem „Bremskklotzbauer“. Aus diesem Grund wollten wir die erste Nacht auf dem Parkplatz eines großen Supermarktes in der Nähe der Werkstätten übernachten. Als wir gerade beim Abendessen waren spricht uns ein Mann auf deutsch an.

Er wohne hier und hätte einen zwei Hektar großen Garten, in dem wir gerne stehen könnten. Wir könnten auch duschen und Strom nehmen. Diese Angebot nahmen wir natürlich gerne an. Wir fuhren zum Anwesen der Familie. Carlos lebt schon seit Jahren in Südamerika und vertreibt hier Aluminiumboote und ist Großhändler für Öle und Angelausrüstung. Jakob gefiel es hier auch sehr gut, konnte er doch mit Michaela, der 2 ½ jährigen Tochter in dem großen Garten spielen und mit deren Elektroquad ein paar Runden drehen.

Vielen Dank für die Gastfreundschaft.

 

Eines Abends, wir hatten ausgemacht, das wir uns zum Abendessen wieder im „unserem“ Garten treffen, mussten wir lange auf unsere chweizer Freunde warten. Irgendwie ein komisches Gefühl, einerseits waren wir verärgert, anderseits machten wir uns Sorgen. Wir fingen an zu kochen und als wir mit essen fertig waren, kamen sie endlich an.

Ihre Dieselpumpe hatte mitten auf einer vielbefahrenenen Straße den Geist aufgegeben. Zum Glück haben sie eine zweite am Reservetank. Die tauschte Michael mit der Hauptpumpe und der Motor lief wieder. Von wegen ein Landrover geht nicht kaputt, er wird sich doch nicht bei MAX angesteckt haben.

 

Wir fuhren zu einer Dieselwerkstatt, die uns Carlos empfohlen hatte und kauften eine neue Dieselpumpe für den Landi.

 Der Besitzer hat in Deutschland Mechaniker gelernt und aus der Werkstatt seines Vaters ein „Labor“ gemacht. Mit modernen Maschinen und Analysegeräten können sie dort Einspritzdüsen, Turbos etc. reparieren und neu einstellen. Die bestausgerüstete und sauberste Werkstatt die ich bisher gesehen habe, hier in Südamerika und in Deutschland. Faszinierend.

 

So verbrachten wir mehr Tage in Santa Cruz, als wir eigentlich geplant hatten,es gab viel zu tun und zu erledigen. Und wir genossen die Zeit in „unserem“ Garten. Diese Auszeit konnten wir gut gebrauchen, nach den Strapazen die hinter uns lagen.

 

 

 

 

28.07.10

 

Heute trennten sich unsere Wege leider wieder. Michael und Kathi wollten aus zeitlichen Gründen nicht mit ins nördliche Pantanal. Da die Entscheidung ziemlich spontan kam, fiel die Verabschiedung auch ziemlich kurz aus. Eine kurze Umarmung, ein Händedruck, das Versprechen sich im „normalen Leben“ auch einmal zu besuchen, fertig. Schade, aber so ist es auf Reisen. Kurze intensive Bekanntschaften, dann geht jeder wieder seinen Weg. Jeder hat seine eigenen Vorstellungen und Ziele und das ist gut so.

Nichts desto trotz, es war eine schöne Zeit mit euch und wir freuen uns schon auf das Wiedersehen in der Schweiz und auf das versprochene Käsefondue.

 

Wir fuhren noch bis San Javier, dort übernachteten wir wieder einmal auf dem Plaza.

 

29.07. - 01.08.10

 

Die Strecke von Conception nach San Matias führt durch mehrere Jesuitenreduktionen. Diese sind bekannt für ihre schön bemalten, aber dennoch schlichten Kirchen. Uns haben diese Dörfer und kleinen Städte sehr gut gefallen.

 

Kurz vor San Ignazio hatten wir unseren dritten Platten. Ein Stein hatte sich durch den Reifen gebohrt. Leider half hier mein neues, in Santa Cruz gekauftes Reifenreparaturset auch nicht mehr weiter. Wir mussten zu einer Reifenwerkstatt. Dort klebten sie uns von innen einen Flicken auf den Reifen.

 

Als wir am nächsten Morgen losfahren wollten, sprang der Motor schlecht an und ging dann auch gleich wieder aus. Als ich den Motor inspizierte, sah ich, dass die beiden Dieselschläuche für den Hin – und den Rücklauf durch gescheuert waren. 

Toll, wo war Michael ( wie ich später erfuhr, war er anderweitig beschäftigt, am Landi ist der Sandblechhalter abgerüttelt worden und außerdem fuhr er sich auf einem Sandhügel so fest, dass er sich nur mit Winde befreien konnte)

 

Wir suchten also nach einem Mechaniker, der uns die beiden Schläuche reparieren konnte. Er verursachte eine ziemliche Sauerei auf dem Plaza und war selber von oben bis unten voller Diesel aber er schaffte es.

 

Der unfreiwillige Aufenthalt in San Ignazio wurde uns durch ein Dorffest entschädigt. Es gab eine Prozession, ein Konzert in der schönen Kirche und gutes Essen. Außerdem das beste Eis in ganz Bolivien.

 

Als wir nach einer am Plaza in San Matias verbrachten Nacht die Zollformalitäten erledigen wollen, bekamen wir von wartenden LKW Fahrern die Auskunft, dass die Zöllner am Sonntag nicht arbeiten und wir bis Montag warten müssten. Na toll, aber wir hatten Glück, wir bekamen den Tipp das bald ein Chef auf das Gelände kommen würde und dieser nahm unsere Fahrzeugeinreisepapier entgegen. Nach einiger Suche im Dorf fanden wir dann auch noch einen Grenzpolizisten, der sich zuständig fühlte uns einen Ausreisestempel in den Pass zu drücken.

 

Dann fuhren wir in Brasilien ein.