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Teil 2: Von Buenos Aires nach Valdez 

23.10.09

 

Wir sind wieder in Bs.As. angekommen. Bei der Anfahrt durch die Provinz sind uns die vielen „Country Clubs“ aufgefallen, umzäunte, bewachte und sehr exklusive Wohnanlagen. Wir haben noch überlegt, wie es wohl ist, in so einer Anlage zu wohnen und jetzt sitzen wir hier in einer schönen, großen Villa im ältesten Club Argentiniens.

Es gibt hier 400 Villen, 8 riesige Polofelder, einen 18 Loch Golfplatz, Tennis-und Fußballplätze, eine Bank, eine Tankstelle, einen Supermarkt, Restaurants und eine Kirche. Jedes Haus hat einen Gärtner und mindestens eine Angestellte. Kurzum, alles was ein Mensch zum Leben braucht und ein bisschen mehr.

Aber von Anfang an...

Auf der Fahrt durch die Vororte sahen wir eine große IVECO – Werkstatt und weil wir uns dort schon wie daheim fühlen, sind wir hin gefahren. Wir wollten einfach mal fragen, ob sie zufällig ein Ersatzteil (manueller Kettenspanner) auf Lager haben, dass wir noch irgendwann einmal wechseln lassen möchten. Da es leider schon Freitag war, konnten sie leider nicht mehr nachfragen, ob IVECO Argentinien dieses Teil da hat, aber sie überprüften dafür unsere Getriebe- und sonstigen Öle und Flüssigkeiten, füllten sie nach und schauten noch einmal nach unseren Bremsen.

Alles kostenlos. Während ich in der Werkstatt war, traf Susi am Kaffeeautomaten zufällig einen Mann, sie kam mit ihm ins Gespräch und er erzählte ihr, dass er mit einer Deutschen verheiratet ist. Als Susi ihn dann fragte, ob er in der Nähe einen sicheren Ort zum Übernachten kennt, lud er uns kurzerhand zu sich ein. Und hier sind wir nun, in der Villa des Firmeneigentümers. Sie haben uns auch angeboten, die nächsten Tage hier zu bleiben. Sie sind zwar am Wochenende unterwegs, aber dass ginge schon in Ordnung. Wenn wir etwas bräuchten oder Hunger hätten, sollten wir nur den Angestellten Bescheid sagen. Soviel Vertrauen ehrt uns, aber wir werden nach Bs.As. Stadt weiterfahren. Vielleicht kommen wir nächste Woche auf das Angebot zurück.

 

24.10.09

 

Wir sind nach dem Frühstück weitergefahren, in den Hafen von Bs.As., haben dort unser Auto auf einem bewachten Parkplatz abgestellt und sind in die Innenstadt gegangen. Wir waren auf der Suche nach einer neuen Fleecejacke für mich. An meiner Alten erfreut sich jetzt irgendwer in Afrika.

Abends hat dann noch ein deutscher Reisender, neben dessen Wohnmobil wir uns gestellt hatten, vorbei geschaut und mit uns eine halbe Flasche Wodka vernichtet. „Leicht“ angeheitert gingen wir ins Bett.

 

25.10.09

 

Heute waren wir auf dem Plaza Dorega, auf dem dortigen Flohmarkt.

 

26.10.09

 

Wir waren heute in der Werkstatt. Die Ersatzteile sind leider nicht vorrätig, sie wären erst in 14 Tagen da. Luis lud uns wieder ein bei ihnen zu schlafen und wir lehnten natürlich nicht ab. Obwohl wir uns erst einen Tag kennen, fühlen wir uns sehr wohl bei ihnen.

 

27.10.09

 

Heute hat uns Eva zu einer Bootsfahrt auf dem Tigre eingeladen. Faszinierend, wie sich in dem Gewirr aus Flüssen und Kanälen ein Ferienhäuschen an das andere reiht.Vom Gartenhäuschen bis zur Villa sieht man alles. Es gibt Bars, Hotels, Restaurant und alles ist nur mit dem Boot zu erreichen.

Wir sind immer noch ganz sprachlos, wie gastfreundlich die Familie ist und dass sie uns wildfremden Leuten ein solches Vertrauen entgegenbringt.

 

28.10.09

 

Obwohl Eva und Luis uns angeboten haben noch länger bei ihnen zu bleiben, sind wir doch aufgebrochen. Wir möchten jetzt unbedingt die Wale vor Valdes sehen. Die Fahrt durch Bs. As. war sehr anstrengend, die fünfspurige Autopista war durch eine Demonstration wieder einmal blockiert und der Verkehr musste auf einem Fahrstreifen daran vorbei gelotst werden.

Solche Demonstration finden angeblich einmal pro Woche statt und lösen jedes mal ein Verkehrschaos aus.

 

30.10.09

 

Gestern passierte nichts aufregendes. Auf der Fahrt haben wir beschlossen, uns doch noch Mar del Plata anzuschauen. Den größten Badeort in Argentinien. Hier wohnen 600 000 Menschen und während der Sommerferien kommen noch einmal 3 000 000 dazu.

Auf dem Weg in die Stadt kamen wir wieder einmal an einer IVECO Werkstatt vorbei und da wir ja immer noch auf der Suchen nach dem Manuellen Kettenspanner waren, haben wir dort gehalten und nachgefragt. Der Mechaniker hat uns dann auf Nachmittag vertröstet, weil er Vormittags keine Zeit hatte.

Um die drei Stunden Wartezeit zu überbrücken, sind wir ins Zentrum von Mar del Plata gefahren, um uns die berühmten Strände anzuschauen. Leider blies ein starker Wind und es war sehr kalt. Uns gefiel es hier nicht, an der Uferpromenade reiht sich ein Hotel an das andere und man kann sich vorstellen, wie im Sommer die Gäste dicht an dicht auf den schmalen Strandstreifen in der Sonne schmoren.

Nachmittags sind wir zurück zur Werkstatt. Der Mechaniker meinte, es wäre sinnvoll, wenn er sich die Steuerkette und den Rest einmal anschauen würde. Er kennt diesen Typ Motor und er glaubt zu hören, dass die Teile verschlissen sind. Nachdem er uns auch noch versicherte, dass er das Fahrzeug bis zum Abend zerlegt und wieder zusammenbaut, stimmten wir zu. Da wir dieses Teil sowieso wechseln lassen wollten, machte es uns nichts aus.

Tatsächlich hatte er Recht, die Teile sind verschlissen und müssen gewechselt werden. Man bot uns an, bis Montag auf dem Werkstattgelände zu übernachten. Hier gäbe es alles, was ein Campingplatz auch biete und wir können mit dem Bus alle Sehenswürdigkeiten von Mar del Plata erreichen. Und da es Tradition in Argentinien ist den letzten Arbeitstag der Woche mit einem Asado zu feiern, luden sie uns auch noch zum Essen ein.

Ein Metzger brachte ein ganzes Lamm und ein großes Stück Fleisch aus der Rinderflanke.

In Argentinen bindet man das Fleisch mit Draht auf ein Metallgestell und stellte dies so in eine Halterung im Asadogrill, dass es nur durch die Abstrahlhitze eines Holzfeuers gebraten wird. Das Fleisch hat danach einen leicht rauchigen Geschmack.

Zum Essen um 22.00 Uhr versammelte sich dann die ganze Belegschaft zur „Fleischorgie“. Dazu gab es Brot, Wein und Bier. Es wurde ein sehr schöner Abend, wir haben viel geredet und gelacht.

 

Wenn man unsere Berichte so liest, könnte man meinen, dass es uns schon ganz schön nervt, soviel Zeit in Werkstätten zu verbringen. Manchmal ist es tatsächlich so, aber nur weil es ärgerlich ist, dass Max in Deutschland noch einwandfrei lief, wir ihn durchchecken ließen und alles in Ordnung war.

Andererseits haben wir dadurch schon sehr viele nette Leute kennen gelernt und schon viel erlebt. Es ist auch ganz interessant sich mit dem Mechanikern zu unterhalten und so mehr über das Leben hier zu erfahren.

 

02.10.09

 

Am Wochenende war das Wetter nicht sonderlich gut, es war regnerisch und es blies ein kalter Wind, also haben wir die meiste Zeit im Auto oder im „Partyraum“ der Werkstatt verbracht.

Heute Morgen kamen die Ersatzteile. Mittags waren sie fertig mit dem Einbau und wir fuhren weiter Richtung Süden.

 

 

 

03.11. - 05.11.10

 

In den letzten Tagen passierte nichts aufregendes, genau genommen waren sie„stinklangweilig“.

Wir fuhren auf der Ruta 3 durch die Pampa. Hunderte Kilometer gerade aus, die Kompaßnadel zeigt stur nach Süden, eine leicht Kurve und die Nadel schwenkt für die nächsten paar hundert Kilometer nach Südwesten.

Es bot sich immer das gleiche Bild. links ein Weidezaun, rechts ein Weidezaun, dahinter Kühe. Braune Kühe, schwarze Kühe, große Kühe, kleine Kühe, stehende Kühe, liegende Kühe und wenn uns einmal ein Lastwagen entgegenkam, war er voller Kühe.

Wir träumen schon davon, essen fast jeden Tag Fleisch, aber sie werden nicht weniger.

Die Landschaft ist nicht der Rede wert. Weidefläche erstreckt sich bis zum Horizont, hin und wieder dreht sich irgendwo ein altes Windrad und eine kleine Ansammlung von Bäumen, lässt eine Estancia dahinter vermuten. Sonst gibt es wenig, was dem Auge Abwechslung bietet.

 

Während der Fahrt sprechen wir wenig, jeder lässt seine Gedanken in die Zukunf schweifen oder das Erlebte Revue passieren. Trotz allem geht es uns recht gut und wir bereuen noch nichts. Die Stimmung an Board ist immer noch entspannt, auch wenn Jakob gerade den Rest seiner Zähne bekommt und er deswegen hin und wieder nicht so gut drauf ist.

 

Je weiter wir nach Süden kommen, desto wüstenähnlicher wird es.

Gestern Abend, wir kamen gerade in Bahia Blanca an, gab es einen Sandstrum. Die durch den Sand verdunkelte Sonne tauchte alles in ein sandig-rotes Licht und „Spiel mir das Lied vom Tod“ - Büsche rollten über die Straße. Gespenstisch.

 

 

06.-08.11.09

 

Wir sind in Puerto Piramides auf Valdes angekommen und froh endlich ein „Zwischenziel“ erreicht zu haben, an dem es sich lohnt ein paar Tage Pause zu machen. Am Samstag waren wir beim „Wale Anschauen“. Wir gingen schon ziemlich früh zu einer der Agenturen, um eine Ausfahrt für abends zu buchen. Man sagte uns, dass der Hafen von der Küstenwache gesperrt sei, da Sturm erwartet wird. Aber es klappte dann doch, wir fuhren mit einem Zodiac raus und schauten die Wale an. Das war super, die Tiere kamen bis auf ein Paar Meter ans Boot, man konnte sie fast berühren. Ein Jungtier wollte sogar mit einem der anderen Boote spielen, aber seine Mutter tauchte neben ihm auf und hielt es davon ab. Zeitweise stellte ich mir die Frage, wer beobachtet da wen.

Am Sonntag waren wir mit dem Auto auf Valdes unterwegs und haben uns eine Pinguin- und eine Seeelefantenkolonie angeschaut. Die Bullen sind riesige Fettberge und hübsch sind sie auch nicht gerade mit ihrem „Rüssel“, aber die Weibchen scheinen drauf zu stehen. Die meiste Zeit liegen sie nur faul in der Sonne und bewegen sich keinen Millimeter. Hin und Wieder muss einer der Männer zeigen was er kann, brüllt und bringt ein bisschen Wallung in seinen Harem, aber dann ist wieder dösen angesagt..

 

09.11.09

 

Heute sind wir nach Puerto Madryn weiter gefahren. Die Straße führt nahe am Meer entlang und man kann von dort aus, die Wale beobachten, wenn sie nahe der Küste schwimmen. Wir hatten Glück und sahen welche. Es ist schon schön anzuschauen, wenn diese Kolosse, die bis zu 16 Meter lang und 50 Tonnen schwer werden, mit den Wellen spielen, sich auf den Bauch drehen, mit ihren Flossen „winken“ und dann senkrecht abtauchen und ihre Schwanzflosse auf das Wasser schlagen lassen.

In Puerto Madryn haben wir wieder auf einem Campingplatz übernachtet.

 

10.11.09

 

Eigentlich wollten wir heute weiterfahren, aber nachdem es uns gestern an der Küstenstraße so gut gefallen hatte und es einige einsame Stellplätze gab, beschlossen wir nochmal zurück zu fahren und dort zu übernachten. Es war wirklich super, wir standen fast am Wasser und die Sonne schien. Bloß der ständige Wind war ein bisschen nervig, man kann nicht alles haben.

Jakob war in seinem Element, er kann Stunden damit verbringen, Steine ins Wasser zu werfen. Er rannte den Wellen hinterher, wenn sie sich zurückzogen und dann wieder von ihnen davon, wenn sie zurück an den Strand rollten. Er hatte dabei eine „Mordsgaudi“, wenn das Wasser ihm noch über den Gummistiefel schwappte

 

 

 

11.11.09

 

Wir hatten wieder einmal Probleme mit MAX (es wäre sonst auch zu langweilig geworden).
Immer wenn wir irgendwo standen, war nach kurzer Zeit ein Ölfleck unterm Auto. Es ist normal, dass an ein paar Dichtungen z.B. am Getriebe und der Lenkung Öl raus tropft, aber ich konnte die Stellen nicht kontrollieren, da alles ölverschmiert war. Also hab ich alles so gut es ging abgewischt, um später vielleicht die undichte Stelle lokalisieren zu können. Danach hab ich den Füllstand aller Öle und Flüssigkeiten kontrolliert, es fehlte nichts. Da es nicht nach Diesel roch, schloss ich diese Möglichkeit zunächst auch aus. Ich konnte mir nicht vorstellen was es war.

Also sind wir in Trelew zu einer IVECO Werkstatt gefahren. Dort schauten sie sich MAX an und stellten die bittere Diagnose, dass eine bestimmte Dichtung undicht sei, welche hab ich nicht genau verstanden. Die Frage, ob es nicht doch Diesel sein könnte verneinte der Mechaniker. Für die Reparatur müsste der Motor raus genommen werden. Aber in drei Tagen wäre alles erledigt, wenn, ja wenn sie die Dichtung auf Lager hätten.

Da wir aber „in Eile“ sind, haben sie bei einer Partnerwerkstatt in Comodoro Rivadavia angerufen und die hatten tatsächlich die besagte Dichtung auf Lager und auch noch jemanden, der sich mit dem Motor auskennt. So ein Glück im Unglück...

Allerdings sollten wir Morgen gegen 09.00 Uhr dort sein, weil sie sonst vor dem Wochenende nicht mehr mit der Reparatur fertig werden würden. Toll ,es war mittlerweile 16.00 Uhr und bis Rivadavia noch 450 km. Wir wollten gleich los, damit wir nicht allzu lange in der Dunkelheit fahren müssten. Davor wurden wir schon mehrfach gewarnt, da es von unbeleuchteten Fahrzeugen über Schlaglöcher bis zu Autobahnpiraten alles geben soll.

Kurz hinter Trelew standen wir dann im Stau, ein Unfall. Die Bergung sollte noch über zwei Stunden dauern. Da kommt ja mal wieder alles zusammen. Also sind wir zurück gefahren, haben uns an eine Tankstelle gestellt und erst einmal etwas gekocht.

Als sich der Stau aufgelöst hatte, es war mittlerweile 19.00 Uhr sind wir dann losgefahren. Auf der Fahrt näherte sich die Nadel der Tankanzeige immer schneller dem E, was uns ein wenig beunruhigte, da der Tank in Trelew eigentlich noch fast voll gewesen war und wir deshalb nicht mehr getankt hatten.

Zum Glück kam auf halber Strecke eine Shell Tankstelle. Wir beschlossen hier zu übernachten und morgen früh weiter zu fahren. Da gerade viel los war an den Zapfsäulen und wir ins Bett wollten verschoben wir das Tanken auf morgen. Wir stellten uns noch den Wecker auf sechs und schliefen ein.

 

12.11.09

 

Als wir um sechs Uhr aufgestanden sind und uns abfahrbereit gemacht hatten, mussten wir feststellen, dass die Tankstelle erst um 08.00 Uhr öffnet. Was soll das, irgendjemand hat etwas dagegen, dass wir pünktlich in Rivadavia sind. Erst der Stau und dann die erste und wahrscheinlich einzige Tankstelle an der Ruta 3 die nicht 24 h geöffnet hat.

Um 12.30 Uhr waren wir dann endlich an der Werkstatt. Als wir in der Halle standen tropfte die Flüssigkeit nicht mehr unten raus, sondern sie floss aus dem Motorraum. Jetzt roch es auch nach Diesel. Eine Schraube an den Einspritzdüsen hatte sich gelöst und sich durch die Vibrationen immer mehr gelockert.

Und dadurch dass hier anstatt Diesel auch hin und wieder Gasoil (Grado 2) als Diesel verkauft wird und wir solches bis zu der Shell Tankstelle getankt hatten, haben wir es nicht gerochen. Gott sei Dank wurde so aus einer Dreitagemotorausbauaktion eine Eineschraubeanziehaktion.

Und weil wir schon einmal hier waren ließen wir auch noch gleich einen Kundendienst machen.

 

13.11.09

 

Heute waren wir bei versteinerten Bäumen. Diese Urwaldriesen waren bis zu 100 Meter hoch und 1000 Jahre alt, bevor sie durch einen Vulkanausbruch verschüttet wurden und sich im Laufe der Zeit in Stein verwandelten. Durch die Erosion sind sie jetzt teilweise wieder freigelegt. Es war sehr schön dort. Die Gegend erinnert sehr an eine Mondlandschaft, es ist trocken und staubig und der Wind fegt ununterbrochen über´s Land. Unwirklich, aber sehr schön. Wir haben uns zum Übernachten einfach in die Pampa gestellt.

 

Hier noch ein paar Worte über den Wind in der Pampa:

Er ist allgegenwärtig, das unablässige Stürmen des Windes verfolgt uns den ganzen Tag. Er beschert uns aufgesprungen Lippen und brennende Augen. Er fegt Sand und Staub über das flache Land und alles Leben ist ihm schonungslos ausgeliefert. Am Abend nimmt er sogar noch zu, anstatt sich zu legen. Die Spanngurte surren im Wind und MAX schaukelt so heftig hin und her, dass es manchmal den Anschein hat, er kippt um.

 

15.11.09

 

Gestern und heute sind wir nur durchgefahren, gegen Abend kamen wir an der chilenischen Grenze an. Da wir noch Fleisch und Gemüse an Bord hatten, die man nicht einführen darf, mussten wir noch eine Nacht in Argentinien übernachten. Wir fanden einen schönen Stellplatz an der Laguna Azul, einem türkisfarbenen See in einem alten Vulkankrater.

 

16.11.09

 

Heute erfuhren wir, was für gefährliche Güter wir in unserem MAX transportieren, ohne uns darüber bewusst zu sein....

Als wir auf die Argentinisch-chilenische Grenze zu fuhren, waren wir schon ein bisschen nervös, da wir nicht wussten, was uns erwartet. Wir hatten ja auch noch das Problem mit unserem Carnet de Passage, das der Zöllner in Buenos Aires verkehrt abgestempelt hatte.

Aber alles lief glatt, der junge argentinische Zöllner las sich das Schreiben durch, das uns der nette Angestellte in B.A. geschrieben hatte und füllte das Carnet nun richtig aus.

Auf chilenischer Seite war alles noch einfacher, alle Zöllner sprachen gut englisch und waren sehr freundlich. Wir mussten eine Erklärung ausfüllen, ob wir Lebensmittel im Auto haben. Dann ging ein freundlicher Beamter der Lebensmitteleinfuhrkontrolle mit uns zum Auto und liess sich von Susi die Lebensmittel zeigen. Er konfiszierte ein Packung Salami, eine Kartoffel und eine Zwiebel. Dann zeigte Susi ihm noch eine!!! Knoblauchzehe, die er uns mit den Worten „This is very dangerous for Chile“ auch abnahm. Wir überlegen jetzt schon die ganze Zeit, wie eine Zehe Knoblauch ganz Chile gefährden könnte....

Hinter der Grenze war es vorbei mit der guten Straße und 150 km Wellblechpiste lagen vor uns . Nach kurzer Fahrt kamen wir an die Magellanstraße, die wir mit einer Fähre überquerten. Es war immer ein Traum von uns nach Feuerland zu kommen und jetzt waren wir hier in Tierra del Fuego. Unglaublich.

 

Nach der erneuten Wiedereinreise nach Argentinien wurde auch die Straße wieder besser und wir fuhren noch bis nach Rio Grande.

 

17.11.09

 

Nach Rio Grande änderte sich allmählich die Landschaft, am Horizont waren schneebedeckte Berge zu erkennen und es gab immer mehr Bäume, bis wir schließlich endlich mal wieder durch Wald fuhren. Abends kamen wir in Ushuaia, der südlichsten Stadt der Welt an. Sie ist sehr schön gelegen, eingebettet zwischen Beaglekannel und schneebedeckten Bergen. Wir suchten uns einen Parkplatz und schauten uns die Altstadt an. Obwohl es auch hier hässliche Bausünden zwischen den alten bunten Holzhäusern gibt, gefällt sie uns sehr gut.

Danach fuhren wir auf den Campingplatz Rio Pipo. Dort lernten wir ein nettes deutsches Ehepaar kennen, die mit ihrem Fahrzeug auch mit der „Grande Francia“ angekommen waren. Sie erzählten uns, dass es auf dem Schiff große Missstände die Sicherheit der Fracht betreffend gegeben hätte. In Afrika seien die Leute ohne Kontrolle auf´s Schiff gekommen und mit gefüllten Plastiktüten wieder runter. Sie sprachen den Kapitän darauf an und er meinte er könne "leider" nur einen Matrosen als Wachman entbehren.

Das war aber nur eine Ausrede, es geht auch anders. Auf der Grande Buenos Aires durfte zum Beispiel kein Fremder an Bord, die Crew fuhr die Fahrzeuge in den Hafen und erst dort wurden sie von den Hafenarbeitern übernommen.

 

18.11.09

 

Heute bekamen wir Besuch von Familie Vogel. Einem sehr netten schweizer Ehepaar, beide um die 70, die mit ihrem Toyota Landcruiser durch Südamerika reisen. Wir haben sie das erste Mal in Puerto Piramides getroffen, danach auf der Ruta 3 zufällig auf einem Parkplatz. Toni hatte ein Problem mit seiner HandyPrepaidkarte und bat uns ihm zu helfen.

 

21.- 23.11.09

 

Wir waren drei Tage im Nationalpark Tierra del Fuego, um dort zu wandern und uns die wilde ursprüngliche Natur Feuerlands anzuschauen.

Die rauhe und ursprüngliche Gegend ist traumhaft. Zwischen dem Meer und den Bergen gibt es jahrhundertealte Wälder, Seen und rot-gelb leuchtende Moorlandschaften. Abgestorbene, in der Sonne silbern leuchtende Bäume stehen in kleinen Teichen, die von den Stauwerken der Biber aufgestaut wurden und der Wind bläst ununterbrochen über´s Land.

 

23. - 25.11.09

 

Wir waren noch einmal auf dem Campingplatz Rio Pipo. Ich habe mir für den 27.11. eine Fischerlizenz gekauft und werden mein Glück im Lago Escondito versuchen, einem See etwa 50 km vor Ushuaia. Dann wollen wir „endlich“ weiterfahren, um wieder in wärmere Regionen zu kommen. In Feuerland sind sie heuer mit dem Klima einen Monat hinterher. Eigentlich sollte es schon wärmer sein, aber in den Bergen schneit es immer wieder mal.