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Die ersten Tage in Buenos Aires

 

 


 

16.09.09

 

Der erste Eindruck von Buenos Aires ist schwer zu beschreiben. In einem Straßenzug wähnt man sich in einer europäischen Großstadt, mit einer gut sortierten Fußgängerzone, guten Restaurants und „wohlhabenden“ Leuten in Anzügen, mit Laptoptasche und Handy am Ohr. In der Straße nebenan ist dann  die Armut spürbar, Obdachlose sitzen auf der Straße, an den Häusern fehlen Fenster und auf den Gesteigen liegen Holzbretter um die Schlaglöcher zu überbrücken. Wir wissen noch nicht, was wir von B.A. halten sollen.


 

 

17.09.09

 

Heute sind wir ins America del Sur Hostel umgezogen. Ein neugebautes 6 stöckiges Hochhaus mit modern spartanisch eingerichteten, aber sehr saubernen Zimmern, freundlichem Personal und W-Lan auf den Zimmern. 


 

 

18.09.09

 

Seit gestern weht der sogenannte „Sudestada“, er bringt kalte und nasse Luft. Das Termometer zeigt 17 °C und es nieselt den ganzen Tag. Es kann nur besser werden.

 

19.09.09

Zum Glück ist das Wetter wieder besser geworden. Gleich nach dem Frühstück ziehen wir los, um endlich ein paar schöne Bilder von der Innenstadt zu machen. Bei schönem Wetter sieht alles einfach besser aus!

 

22.09.09

Jetzt sind wir schon eine Woche hier, wie die Zeit vergeht. Mittlerweile haben wir uns ein bisschen eingelebt und finden uns gut zurecht.

 

Der erste Eindruck hat sich zwar bestätigt. Es gibt einen sehr großen Kontrast zwischen Arm und Reich, aber die Stadt hat ihren Reiz. Es gibt schöne Straßenzüge mit Straßencafés und hohen alten Häusern aus der Zeit, in der das Land zu einem der Reichsten der Welt gehörte. Zwischen lauten und vom Verkehr verstopften Straßen liegen ruhige Plätze mit Denkmälern und Parkbänken, auf denen man sich von der Hektik der Millionenstadt erholen kann.

 

Am Sonntag waren wir auf einem Flohmarkt auf dem Plaza Dorrego. Hier war es richtig schön, Künstler haben ihre Werke ausgestellt, auf kleinen Ständen wurde vom Buch bis zum Gramophon alles verkauft, was das Trödlerherz höherschlagen lässt und  dazwischen gab eine Tango Band ihr Reportoir zum Besten.

Am Abend genehmigten wir uns dann unser erstes 500 g!!! Steak, frisch vom Asado Grill in unserem Hostel. Ein unvergleichlicher Geschmack, wir haben noch nie ein so gutes Stück Grillfleisch gegessen.

 

Ansonsten lassen wir uns durch die Stadt treiben und geniessen das Leben in Argentinien.

 

 

24.09.09

 

Wir haben uns schon letzte Woche mit einem Agenten von Grimaldi Kontakt aufgenommen. Dieser teilte uns mit, dass das Schiff Verspätung hat und erst am 25.09.09 in B.A. ankommt. Für heute hatten wir einen Termin mit ihm ausgemacht, um den Papierkram zu erledigen. Als wir heute dort waren, war der Agent in einer Besprechung. Ein Sekretär machte bloß eine Kopie unserer Bill of Loading und sagte uns beiläufig, dass die "Grande Francia" voraussichtlich erst am Samstag ankommt. Wir sollten dann am Montag wiederkommen, um alles zu erledigen.

So ein Sch... , wir haben zwar damit gerechnet, aber es hätte nicht sein müssen.

 

Aber alle schlechten Dinge haben auch eine gute Seite...

In der Vorhalle der Agentur kamen wir mit Eric und Sebastién aus Frankreich ins Gespräch. Die Beiden werden auch mit ihren Familien durch Südamerika reisen und teilen sich einen Container für ihre Fahrzeuge. Eric hat einen zweijährigen Sohn, Sebastién sogar drei Kinder dabei.

Sie erzählten uns, dass sie nicht gut auf den Agenten zu sprechen sind, weil er von ihnen überzogene Preise verlangt hat, wie sie im Nachhinein erfahren haben. Sie hätten auch nicht die Möglichkeit auf andere Weise an ihre Fahrzeuge zu kommen, weil sie ihre Fahrzeuge im Container verschiffen und deswegen auf die Hilfe eines "Customs Broker" angewiesen wären.

Sie erzählten uns auch, dass sie vor ein paar Tagen ein Pärchen aus der Schweiz kennen gelernten, die ihr Wohnmobil auf mit Hilfe einer in B.A. wohnenden Französin ausgelöst haben.

 

Daraufhin haben wir beschlossen, uns auf das erste richtige "Abenteuer" unserer Reise einzulassen, nämlich die "Befreiung" unseres MAX aus den Händen des argentinischen Zolls. Wir werden morgen losziehen und uns das sog. "Delivery of Order" Dokument vom Agenten besorgen und am Montag werden wir Richtung Hafen marschieren.

Hoffentlich wird´s nicht ganz dramatisch.

 

28.09.09

 

Heute sind wir schon früh aufgestanden, denn heute ist der große Tag an dem wir endlich mit dem Behördenkram beginnen können.

Wir waren schon ziemlich früh am Hafen und haben bei der 1. Station unser Behördenodysee, dem Einreisezoll die Nummer 2 ergattert. Dort haben wir ein deutsches Paar mit Kleinkind kennengelernt, die auch auf ihr WOMO warteten. Wir wurden dann auch bald aufgerufen, aber so schnell wie wir drin waren, waren wir auch wieder draussen. Das Dokument, das wir beim Agenten ausgestellt bekommen haben war nicht korrekt. Also sind wir genervt und überstürzt mit dem Taxi zu Grimaldi gefahren und haben uns ein Neues geben lassen. Anscheinend passiert das öfter, denn wir haben Eric und Sebastién wieder getroffen, die auch neue Papiere brauchten, weil etwas Falsches draufstand.

 

(Bei uns war es aber nur ein Lesefehler des Zollbeamten. Was wir auf Grund unseres damals noch mangelhaftem Spanisch aber erst bemerkten, als wir die neuen Dokumente bei Grimaldi in den Händen hielten.)

 

 Auf dem Weg zum Zoll haben wir die deutsche Familie wieder getroffen, sie waren schon fertig und unterwegs zur nächsten Station.

In der Wartehalle waren jetzt schon mehr Menschen, unter anderem Eric und Sebastién und zwei weitere französische Familien. Irgendwie treffen wir nur Reisende mit Kindern.

Wir hatten jetzt die Nummer 15 und das hieß warten, warten und warten. Um 15.30 Uhr waren wir dann endlich an der Reihe und durften uns einen Berg Dokumente abholen, alles schön mit der Hand ausgefüllt und oft gestempelt. Dann dauerte es wieder bis der Chef, der in einem anderen Büro saß, die Dokumente unterschrieben hatte.

 

Danach schickte man uns zur Station 2, der Verificatión (Fahrzeugkontrolle), dort stellte man dann fest, dass wir doch erst zur Station 3, der Kasse fahren müssen, um die Hafengebühr zu bezahlen. Davor muß man noch zu einem Angestellten, der einem einen Termin zur Abholung des Fahrzeugs gibt, dann zu jemandem der die Gebühr ausrechnet und danach zur Kasse. (Die jeweiligen Schalter liegen alle auf einer Etage in einem Gang. Und alle in Ruf- und Sichtweite des jeweilig anderen Angestellten. Also nicht so kompliziert, wie es sich anhört.)

An dier Kasse kann man jedoch nicht in Bar oder Kreditkarte bezahlen, sondern man wird zu einer Bank in der Innenstadt geschickt, um dort Geld einzuzahlen. Mit dem Beleg geht man wieder zur Kasse und schon hat man die Hafengebühr bezahlt. (Wie wir später erfuhren, haben aber auch schon  Reisende an der Kasse bezahlen können. Die magische Grenze sind anscheinend 200$)

 Aber dazu morgen mehr, leider hatte der Mann mit den Terminen heute früher Feierabend gemacht und die Bank schon geschlossen.

 

Hört sich zwar an, wie das Haus, das Verrückte macht bei Asterix und Obelix, aber es sind alle sehr bemüht und hilfsbereit.

 

29.09.09


Erstmal vorne weg, wir haben unseren Max wieder. Aber es war noch einmal ein anstrengender Tag...

Um 10.00 Uhr wollten wir bei der Bank sein, also früh raus aus dem Bett und zu der angegebenen Adresse gelaufen. Aber wie sollte es anders sein, die Adresse stimmte nicht. Also durchgefragt und endlich die richtige Bank gefunden. Dort wollten wir die Hafengebühr in US-Dollar einzahlen. Doch entgegen der Aussage an der Hafenkasse, war dies nicht möglich, wir mussten erst Pesos abheben und dann wieder einzahlen.Danach sind wir mit dem Einzahlungsbeleg zurück zum Terminal 1+2. Dort befindet sich das Gebäude, in dem die Kasse und andere für die Einfuhr "wichtige"  Büros untergebracht sind.

Zuerst mussten wir uns von der „Coordination Importacion“ bestätigen lassen, dass wir das Fahrzeug heute raus fahren dürfen. Danach haben wir an der Kasse, die Dokumente der EMBA, das von Grimaldi und den Einzahlungsbeleg vorgezeigt. Der Mann am Schalter füllte wieder ein Formular aus und hängte es an. Oder hat er nur ein schon Vorhandenes abgestempelt, wir wissen es schon gar nicht mehr. Spätestens ab hier haben wir den Überblick über den Zettelstapel verloren. Naja egal, nachdem alles erledigt war, fuhren wir mit dem roten Shuttlebus wieder zurück zum Terminal 3.

Dort hat sich dann ein Angestellter an der folgenden Station, der ein wenig englisch sprach, erbarmt und sich entschlossen uns zu helfen und die Prozedur ein wenig zu beschleunigen. Er sagte, er habe auch einen kleinen Sohn und er wisse, wie es ist wenn man irgendwo lange warten muss und der Kleine dann zum Nörgeln anfängt.

Er nahm seinen Teil der Dokumente vom Stapel weg und gab mir dafür andere. Danach ging er mit mir in das Hafengelände und hat mir den Autoschlüssel besorgt.

Anschließend begleitete er mich zur Verification und hat den Zöllner, der eigentlich gar keine Lust hatte und sich das auch anmerken lies, ein bisschen zur Eile angetrieben. Dem „Beamten“ händigte ich auch unser Carnet aus, damit es schneller gehen würde (dafür haben wir es ja dabei) und wir endlich unser Auto in Empfang nehmen können. Ich hab ihm und dem helfenden Angestellten auch noch erklärt, wie er es auszufüllen hat, damit alles passt. Er hörte mir dabei nur mit einem Ohr zu und nickte gelangweilt.

Und was macht dieser Tr...dann, er füllt das Carnet falsch aus und bestätigt mir die Ausfuhr aus Argentinien. Es folgte eine lange Diskussion mit ihm und seinem Chef, wie wir die Sache wieder rückgängig machen könnten. Sie willigten schließlich ein, dass mir der „helfende Angestellte“ ein formloses Dokument aufsetzt, aus dem hervorgeht, dass der Zöllner einen Fehler gemacht hat. Der Zöllner wurde von seinem Vorgesetzten auch noch angewiesen, seine dienstliche und private Telefonnummer für etwaige Rückfragen anzugeben und alles zu unterschreiben.

Ohne die Hilfe des Angestellten hätten wir das nie geschafft. Vielen Dank noch mal. Hoffentlich bringt´s auch was.

Nachdem dieses Drama durchgestanden war, durfte ich endlich mit meinem Stapel Papieren und dem Autoschlüssel in das Gelände und Max abholen. Vor mir lagen jetzt nur noch zwei Stationen, zwei hintereinander stehende Kontrollhäuschen an der Hafenausfahrt. Im Ersten wurde die Ausfahrt bestätigt, im Zweiten wurde mir gesagt, dass das Fahrzeug 8 Monate im Land bleiben darf. Dann war Max wieder frei und mit uns vereint.

Rückblickend betrachtet wäre es raus geschmissenes Geld gewesen sich einen „Custums Broker“ zu leisten. Wir haben es trotz aller Rückschläge und nur mäßigem Spanisch in zwei Tagen geschafft. Es findet sich auch immer wieder ein netter, hilfsbereiter Trucker oder Angestellter der einem weiterhilft, wenn man sich gar nicht mehr auskennt.

In der Nähe des Hafens haben wir dann unseren Camper reisefertig gemacht, Das nahm mehr Zeit und Arbeit in Anspruch als eigentlich gedacht. Er war auf See aufgebrochen und durchwühlt worden. Es waren teilweise Schranktüren raus gerissen und alles lag kreuz und quer im Inneren verstreut. Als wir uns von dem ersten Schreck erholt und wieder alles notdürftig verstaut hatten, stellten wir fest, dass der „Verbrecher“ meine Fleecejacke, meine dünnen Socken, meine Angelrollen und ein Schweizer Taschenmesser mitgehen lies. Alle technischen Geräte, alle Ersatzteile, die abgebauten Zusatzscheinwerfer etc. haben ihn anscheinend nicht interessiert.

Als wir mit dem grob einräumen fertig waren, haben wir MAX auf einem bewachten Parkplatz abgestellt und sind zurück ins Hostel gegangen, um unser restliches Gepäck zu holen. Danach mit dem Taxi wieder zurück und todmüde ins Bett.