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Ecuador 2

 

 

27.04.10

 

Kurz hinter der Grenze sahen wir einen grünen Landcruiser mit Wohnkabine und deutschem Kennzeichen an einer Tankstelle stehen. Es waren Reinhard und Karin, zwei Reisende aus der Oberpfalz, die auf dem Weg nach Kolumbien waren. Vor lauter ratschen vergaßen wir die Zeit und plötzlich war es Abend. Wir übernachteten gleich an Ort und Stelle und redeten noch bis spät in die Nacht hinein. Es tat gut sich endlich mal wieder auf deutsch austauschen zu können. (Ich hätte nicht gedacht, dass ausgerechnet ich einmal so etwas schreiben werde.)

 

28.04.10

 

Nach dem Frühstück knüpften wir nahtlos an unsere Gespräche vom Vortag an. Aber irgendwann mussten wir uns doch verabschieden. Die Beiden fuhren weiter nach Kolumbien und wir besuchten Chris, einen 65 Jahre alten Ecuadorianer, der in der USA studiert hatte und uns zu sich auf seinen Bauernhof eingeladen hatte.

Der Hof wird nur noch im kleinen Still bewirtschaftet und zerfällt langsam, aber hier und da konnte man, versteckt hinter viel Unkraut den Glanz der alten Zeit noch sehen. In den Innenhöfen stehen immer noch alte Springbrunnen aus Spanien und im Hof des Hauptgebäudes steht ein großer Altar, den seine Mutter hat bauen lassen. Man sieht, dass seine Eltern und er einmal zu den reichsten Bauern in der Umgebung gehörten.

Chris kümmert sich jetzt nur noch um seine Oldtimersammlung. Er hat im Laufe der Zeit mehrere alte Traktoren, Arbeitsmaschinen und Pickups gesammelt. Sie sind zwar alles andere als auf Hochglanz poliert, aber trotzdem sein ganzer Stolz.

Chris ließ es sich nicht nehmen, uns noch zu einem einfachen Mittagessen einzuladen und uns mit Gemüse aus dem eigenen Garten zu versorgen.

Jakob freundete sich derweil mit der kleinen Tochter, der Lebensgefährtin von Chris an und spielte mit ihr.

 

Er bot uns auch noch an, über Nacht zu bleiben, aber wir wollten weiter um nach Otavalo zu kommen.

 

30.04.- 02.05.10

 

Eigentlich wollten wir nur zwei Tage in Otavalo bleiben, nur so lang, um uns den berühmten Samstagsmarkt anschauen zu können. Aber im Hostal La Luna fühlten wir uns sehr wohl, der gemütliche Aufenthaltsraum mit dem offenem Kamin war eine willkommene Abwechslung zu unserem 6 m ² Wohn-, Schlafzimmer mit Einbauküche und Toilette. Außerdem haben wir die US-Amerikaner Eric und Audrey kennengelernt, mit deren fünfjährigen Tochter Emera Jakob sich sehr gut verstand und viel spielte. Gerade für Jakob war es dort auch sehr schön, es gab eine kleine Rutsche im Garten und ein Bobycar. Mit dem fuhr er wie wild durch die Gegend und wenn er dann abends ganz fertig war, schmuste er mit dem Mastif Argentino „Milky“ vor dem Kamin.

 

Der farbenfrohe Samstagsmarkt fiel für uns leider buchstäblich ins Wasser. Es regnete in Strömen und die Indigenas „versteckten“ sich unter schützenden Plastikplanen. Aber wir haben uns trotzdem fleißig mit Artesanias eingedeckt.

 

 

 

03.05.10

 

Von Otavalo aus fuhren wir weiter zum Vulkan Cotopaxi, dort wollten wir eigentlich wandern oder ein Reittour machen. Aber leider war es dort schon seit Tagen sehr regnerisch und der Vulkan verbarg sich hinter einer dicken Wolkendecke und laut Prognose sollte dies auch noch die nächsten Tage so bleiben. Also beschlossen wir schweren Herzens zur Laguna Quilotoa weiterzufahren, um dort vielleicht ein bisschen wandern gehen zu können.

Aber auch dort hatten wir kein Glück. Wir konnten zwar einen kurzen Blick auf den Kratersee werfen, aber zum Wandern war´s eindeutig zu nebelig. Außerdem war es auch empfindlich kalt geworden, eigentlich kein Wunder auf 4000 m.

 

04.05.10

 

Nachdem das Wetter in der Sierra so bescheiden und für die nächsten Tage keine Besserung in Sicht war, beschlossen wir Richtung Küste zu fahren. Die Straße war stellenweise grottenschlecht und wir kamen wieder einmal nur sehr langsam voran. Aber wir wurden durch schöne Ausblicke und Landschaften entschädigt. Für uns ist es immer wieder ein Erlebnis, an einem Tag vom relativ kahlen und kaltem Hochland, durch Kiefernwälder in schwül heißen Nebelwald zu fahren und mitten in Bananan- und Mangoplantagen herauszukommen.

Da wir keinen geeigneten Schlafplatz fanden, fragten wir in Pinchincha bei der Polizei nach, ob wir uns bei ihnen auf den Hof stellen könnten und wir konnten. Als ich mich dann als Kollege geoutet hatte, durften wir sogar die Duschen mitbenutzen.

Abends wurden wir auch noch zum Abendessen eingeladen. Ein Kollege feierte seinen Ausstand und es gab gegrilltes Hähnchen und Spanferkel mit Reis und Kochbananen. Danach fuhr eine Streife los und kam mit Eiswürfeln und zwei Flaschen Whiskey wieder. Es wurde ein langer Abend und Gott sei Dank (oder war es vielleicht gar nicht Gott), gab es rund um die Dienststelle einen Stromausfall und die Polizei somit nicht erreichbar.

 

05.05.10

 

Heute wachte ich mit Kopfschmerzen auf. Aber was soll´s, ich konnte wenigsten ausschlafen, die anderen waren schon wieder auf Einsatz.

Nebenbei: Die Polizisten in Ecuador müssen 12 Tage rund um die Uhr (24h) Dienst machen und haben dann 3 Tage frei. Natürlich können sie auf der Dienststelle schlafen, müssen aber raus, wenn etwas ist.

 

Der Chef der Station überrascht uns zum Frühstück mit der Neuigkeit, er wolle uns einen Stausee in der Nähe zeigen. Ein Freund von ihm betreibe dort ein Complejo Touristico und er habe mit diesem ausgemacht, dass wir uns dort umsonst hinstellen dürfen. Naja, eigentlich wollten wir ja weiter ans Meer, aber schauen können wir ja mal.

 

Gegen Mittag geht’s dann los. Der Chef eskortiert uns schwerbewaffnet als Sozius auf einem Dienstmotorrad. Ein bisschen blöd kommen wir uns dabei schon vor, aber er lässt es sich nicht nehmen uns zu „beschützen“.

Am Stausee gefällt es uns super und das Clompejo inklusive großem sauberem Pool und Freiluftdusche mit grandioser Aussicht auf den See haben wir ganz für uns allein. Am liebsten möchten wir gleich in den Pool springen, aber Edison so der Vorname von „El jefe“ hat noch mehr mit uns vor. Wir fahren mit einer Fähre auf eine Halbinsel, wo er uns zum Essen ausführt.

Er nutzt den Ausflug auch gleich als Streifenfahrt in diese abgelegene nur mit der Fähre oder mit dem Pferd zu erreichende Gegend.

Während des Essens frage ich ihn und seinen Kollegen, ob es eigentlich normal sei, dass man hier in Ecuador mit Waffe am Gürtel rumlaufe und zeige auf einen Mann, der versteckt unter seinem T-Shirt eine Pistole trägt. Wenn man die nötige Erlaubnis habe, sei das alles kein Problem, aber er macht trotzdem mit seinem Handy ein Bild von dem Mann und als dieser dann auf seinem Moped wegfährt, nehmen Edison und sein Kollege die Verfolgung auf.

Was dabei herausgekommen ist weiß ich leider nicht, denn nachdem wir eine Stunde auf die Beiden gewartet hatten, nahmen wir die letzte Fähre zurück, um doch noch in den Genuss eines erfrischenden Bades im Pool zu kommen.

Edison kam spätabends nur noch einmal kurz vorbei um uns zu sagen, dass sie wieder wohlbehalten zurückgekommen waren und jetzt heimfahren werden.

 

06.05.10

 

Uns gefällt es so gut in „unserer“ Ferienanlage, dass wir spontan beschließen noch eine Nacht zu bleiben und fragen den Hausmeister, ob das in Ordnung ginge, er hatte nichts dagegen.

Wir packen zum zweiten (!) Mal auf dieser Reise unser Faltboot aus und paddeln ein bisschen auf dem See herum. Eigentlich ist es kein richtiger See, sondern es sind mehrere Wasserarme, die von kleinen, von einzelnen Familien bewohnten und landwirtschaftlich genutzten Inseln unterbrochen und aufgesplittet werden. Ein richtiges Wasserlabyrinth also, in dem man leicht verirren kann, wie uns der Betreiber der Fähre noch gewarnt hat.

Aber wir finden den Weg zurück und da es mit meiner Angelei nicht geklappt hat, gibt es wieder einmal nur Nudeln mit Thunfischsoße. Den restlichen Tag verbringen wir am und im Pool.

 

07.-10.05.10

 

Einen Nachteil gibt es an diesem schönen Fleckchen. Es gibt keine Versorgungsmöglichkeiten und uns gehen die Lebensmittel aus. Also brechen wir auf Richtung Küste. Unser nächstes Ziel heißt Puerto Lopez, an der Küste. Vorher wollen wir noch auf der Polizeistation vorbeifahren, um uns zu bedanken, aber leider rücken sie gerade aus, als wir ankommen. Macht eigentlich nichts, dann kommen wir wenigstens einigermaßen zeitlich los.

 

In Puerto Lopez wollen wir einige Tage am Strand verbringen. Die Stadt ist sehr ruhig und die ein zigste Attraktion ist der große Fischmarkt, der am Samstag stattfindet. Da werden die Fänge direkt am Strand verkauft und Hammerhaie, große Thunfische, Rochen und blauer Marlin wechseln den Besitzer, nicht ohne vorher an Ort und Stelle ausgenommen und zerlegt zu werden. Die Abfälle holen sich Fregattvögel, Pelikane und Geier. Ein Spektakel.

Natürlich fehlen auch die kleinen Essensstände nicht, an denen man sich schon am frühen Morgen frisches Ceviche kaufen kann. Ceviche sind rohe Fischstücke, die in einer Marinade aus viel Limettensaft, Zwiebeln und frischer Chilli serviert werden. Sehr lecker!

 

Zusammen mit zwei jungen Engländern machen wir auch noch einen Bootsausflug um zu Schnorcheln und zu Fischen. Leider bringt der Vollmond viel „ Agua mal“, schlechtes, sprich mit viel Feuerquallen verseuchtes Wasser an die Küste und wir können nicht Schnorcheln. Dafür Fischen wir umso mehr und aus den, mit der Handangel gefangen Fischen bereitet der Skipper noch an Bord Ceviche zu.

 

11.-13.05.10

 

Eigentlich wollten wir uns Montanita nur kurz anschauen. Das kleine Örtchen ist ein „Surfers Paradise“ und so siedelten sich schon in den 60 ern die ersten Hippies hier an. Heute ist der Ort ziemlich touristisch und es gibt viele von US-Amerikanern und Europäern geführte Restaurants, Hostals und Kneipen und viele junge und junggebliebene Traveller. Und trozdem oder besser gerade deshalb gefiel es uns hier so gut, dass wir doch zwei Nächte blieben. Tagsüber waren wir am Strand und abends genossen wir das Nachtleben.