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Teil 1: Iguazú bis Buenos Aires


14.10.09

 

Heute machten wir uns auf den Weg zurück Richtung Posadas. Wir haben uns vorgenommen, diesmal die Schnellstraßen zu meiden, um mehr von Land und Leuten kennen zu lernen. Dafür sind wir ja eigentlich hier. Und außerdem haben wir ja Zeit.

Los ging´s gleich auf einer Erdpiste durch den Nationalpark. Gott sei Dank war es relativ trocken, tiefe Spurrillen zeigten uns, wie es hier bei Regen aussieht. In den Pfützen, die vom letzten Regen noch übrig waren, sammelten sich hunderte von großen und kleinen Schmetterlingen. Leuchtend blaue, zitronengelbe, schwarze und etliche mehr flatterten um unseren Max und...

...Leichen säumten unseren Weg.

Gegen Nachmittag kamen wir in San Sebastian de la Selva an, einem kleinen Campingplatz, den uns die Franzosen wärmstens empfohlen hatten und tatsächlich, es ist ein kleines Paradies. Auf einem großen gepflegten Grundstück, mit einem kleinem See vor der Haustür steht ein kleines Haus, mit einer großen überdachten Terrasse. Zwei nette Mitsiebziger empfingen uns. Es waren die Betreiber des Platzes. Sie waren sehr überrascht und erfreut, dass sich eine deutsche Familie zu ihnen verirrte. Sie erzählten uns, dass in ihrer Nachbarschaft mehrere deutschsprachige Familien wohnen würden.

Die Franzosen hatten uns auch von den Kochkünsten der Frau erzählt und so beschlossen wir, uns heute bekochen zu lassen. Es gab, Würste und ein halbes Hähnchen, dazu Reis, Kartoffeln, Süßkartoffeln und Salat. Es war mehr als reichlich und ausgesprochen gute argentinische Hausmannskost.

 

15.10.09

 

Es hat die ganze Nacht wie aus Kübeln geregnet, die Teiche sind über ihre Ufer getreten und der Boden ist aufgeweicht. Zum ersten Mal waren wir froh einen Allrad zu haben. Um wieder auf die geteerte Straße zu kommen, mussten wir nämlich erst eine 500 m leicht ansteigende Erdpiste bezwingen. Wir versanken stellenweise bis zu den Radnarben im roten Matsch und Max hatte ganz schön zu kämpfen.

Wir fuhren weiter auf kleinen ruhigen Straßen Richtung Posadas und übernachteten an einer Tankstelle.

 

16.10.09

 

Wir sind wieder in Posadas. Wir waren auch schon bei der Post und haben den Brief auf den wir gewartet hatten, abgeholt. Da wir schon mal hier waren und es in hier eine große Iveco Werkstätte gibt, beschlossen wir, hier unser Bremsenproblem endgültig reparieren zu lassen. Die Bremsen waren immer noch nicht richtig eingestellt.

So und nun ging´s los....

Wir hatten Glück, es war zufällig ein deutsch sprechender IVECO Händler aus Esmeralda da, der es als Ehrensache betrachtete, für uns zu dolmetschen. Er nahm es dafür auch auf sich, zwei Stunden im Stau zu stehen.

Für die Mechaniker war alles gleich klar, das Teil, das sie uns in Concordia eingebaut hatten, war kein Original. Das Militär hätte mit seinen Iveco 4x4 die selben Probleme gehabt. Erst bauten sie Nachbauten ein, stellten dann aber fest, dass diese nicht richtig funktionierten und tauschten sie wieder gegen Originale.

Sie fragten, ob es uns recht sei, wenn sie es mit einem originalem Teil probieren. Wir stimmten zu. Nach dem Einbau funktionierten die Bremsen wirklich einwandfrei. Wir waren glücklich und doch sauer, auf die Werkstatt in Concordia die uns das Duplikat eingebaut hatte. Aber „shit happens“

Da es schon spät war, übernachteten wir wieder in der Nähe das Stadtplatzes.

 

17.10.09

 

Heute ist Samstag. Vormittags waren wir an der Uferpromenade von Posadas spazieren und wollten gegen Mittag weiterfahren. Nach ein paar Kilometern jedoch fingen die Bremsen schon wieder an zu blockieren. Wir retteten uns gerade noch auf ein Tankstellengelände. Es war 13.00 Uhr. Wir wussten, dass die Werkstatt (wenn überhaupt) erst wieder um 15.00 Uhr aufmacht. Als wir also dort so rumstanden, kam plötzlich ein kleiner alter Mann mit seinem Matebecher in der Hand und seiner Thermoskanne unterm Arm auf uns zu und wollte uns in einem Kauderwelsch aus Spanisch und Englisch erklären, dass es hier in der Gegend ziemlich unsicher sei und sich hier viele zwielichtige Gestalten rumtrieben. Dazwischen lachte er und sprang, wenn wir eins seiner Englischen Wörter verstanden hatten, herum wie ein Rumpelstilzchen. Wir waren von der Sache mit den Bremsen ziemlich genervt, hielten den „Alten“ für verrückt und ließen uns das auch anmerken. Aber er gab nicht auf.

Es stellte sich heraus, dass er der Besitzer des Möbelgeschäftes nebenan war, uns gesehen hat und uns warnen wollte hier nicht zu parken. Als er von unserem Problem erfuhr, rief Dante gleich seine Schwägerin an, die deutsch spricht. Sie war aber nicht zu Hause. Dann lud er uns ein in seinem Laden zu warten. Das Geschäft hatte seine besten Zeiten auch schon hinter sich, es war staubig und roch modrig. Hinter einer Wand aus alten und neuen Türen, ausgestellten Stühlen und Rollläden saß seine Frau Iris in einem improvisierten Wohnzimmer und schaute fern. Der Laden war Wohnung und Geschäft in einem. Sie bot uns sofort Tee an und lief gleich los um für Jakob Joghurt zu holen.

Gegen 15.00 Uhr rief er bei der Werkstatt an. Er erfuhr durch eine Putzfrau, die zufällig in den Verkaufsräumen der Niederlassung war, dass am Samstag Nachmittag geschlossen ist. Er ließ aber nicht locker und überredete die Frau einen Mechaniker anzurufen, den sie persönlich kannte. Der rief seinen Chef an und dieser kam dann zu uns um die Dinge zu regeln. Es war im sichtlich peinlich, aber er wusste auch nicht so recht wie er uns jetzt weiterhelfen sollte. Er meinte zuerst, wir sollten doch bitte bis Montag bleiben, dann würden sie sich um die Bremse kümmern. Da mischte sich wieder Dante ein und redete solange auf den „Chef“ ein, bis dieser uns anbot, dass sich noch heute ein Mechaniker um unser Problem annimmt.

Der „Alte“ bot sich auch noch an uns zu begleiten, wir lehnten aber dankend ab. Zum Abschied schenkten sie Jakob noch eine Schachtel mit Lernbuchstaben und Zahlen, mit den er bei ihnen im „Wohnzimmer“ gespielt hat. Sie waren total nett und wir haben dem „Verrückten“ und seiner Frau versprechen müssen uns bei ihnen zu melden, wenn alles erledigt ist.

Wir haben Max die letzten Kilometer bis zur Werkstatt gequält, Gott sei Dank hatten sich die Bremsen mittlerweile schon wieder etwas gelöst, aber ich wollte nichts riskieren und bremste nur noch mit dem Motor und der Handbremse.

Der Chef hatte mittlerweile seinen ältesten Mechaniker verständigt und ihn beauftragt sich unser anzunehmen. Er versuchte die Bremsen neu einzustellen... Trotz allen Bemühungen schaffte er es nicht.

Der Chef bat uns doch am Montag wieder zu kommen, damit sie sich noch einmal intensiv mit dem Problem befassen konnten. Wir stimmten zu, da es schon spät war und wir auch ins Bett wollten.

 

18.10.09

 

Den Sonntag verbrachten wir wartend und eisessend an der Uferpromenade.

 

19.10.09

 

In der Werkstatt haben sie tatsächlich unser Problem in den Griff bekommen. Sie konnten die Bremsen trotz fehlendem Prüfstand einstellen. Anschließend besuchten wir noch Dante in seiner Ladenwohnung. Iris war leider nicht da. Er war erleichtert und freute sich, dass wir noch einmal vorbei geschaut hatten. Zum Abschied schenkte er mir noch ein Neues Testament. „Falls mir der Lesestoff ausgeht, könnte ich ja dies mal lesen“, sagte er mit einem Lächeln und hüpfte mal wieder vor Freude rum.

Gegen Nachmittag kamen wir dann endlich aus Posadas weg. Unser nächstes Ziel war Colonia Carlos Pellegrini. Dieser Ort ist der Ausgangspunkt für Touren in die Iberá Sümpfe. Vor uns lagen 120 km Lehm und Sand Piste. Uns war klar, dass wir dies vor Einbruch der Nacht nicht mehr ganz schaffen würden. Wir fuhren trotzdem los und hatten dann auch Glück, eine geschützte Stelle zum Übernachten zu finden.

 

20.10.09

 

Wir sind heute in Carlos Pellegrini angekommen und gönnen uns wieder mal den Luxus eines Campingplatzes mit warmer Dusche. Für Morgen haben wir auch schon eine Fahrt in die Sümpfe gebucht. Ansonsten faules Nichtstun …..

 

21.10.09

 

Heute war es den ganzen Tag bewölkt und regnerisch. Trotzdem sind wir mit einem Guide mit dem Motorboot rausgefahren. Er zeigte uns Yacarés (bis 2,5 m kleine Alligatoren) und Carpinchos (schweinegroße Nagetiere) die auf den schwimmenden Pflanzeninseln leben. Leider mussten wir

die Fahrt nach einer Stunde abbrechen, weil ein Sturm aufzog.

Er wollte die Fahrt nach dem Sturm fortsetzen. Als es aber dann noch zu regnen anfing, entschieden wir uns zu packen und weiterzufahren. Wir hatten noch einmal 100 km Sandpiste vor uns und die wollten wir wegen dem Regen so schnell wie möglich hinter uns bringen. Sie hatte sich aber leider schon in eine schmierige Schlammpiste verwandelt und wir brauchten 3 ½ h bis wir wieder Asphalt unter die Rädern bekamen.

 

22.10.09

 

Heute sind wir spät los gekommen. Wir ließen unser Auto waschen, der Schlamm von gestern hing in jeder Nische. Die Lastwagenfahrer hatten uns dazu geraten, weil der Dreck sonst so hart wird, dass man ihn nur noch mit Hammer und Meißel wegbringt.

Susi hatte beschlossen, dass wir auf der Rückfahrt nach Bs.As. die Routa 14 und somit auch die zahllosen Kontrollstellen meiden. Bis jetzt scheint sie Recht zu haben, wir sind heute bloß zweimal kontrolliert worden und durften ungestraft weiterfahren.