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Kolumbien

 

 

12.04.10

 

Eigentlich wollten wir heute früh losfahren und standen deshalb zeitig auf. Aber leider umsonst, die der für die Fahrzeugausfuhr zuständige Mensch war auf einer Beerdigung und kam erst gegen Mittag wieder. Als er wieder da war, ging alles ganz unkompliziert und schnell.

Auf der kolumbianischen Seite gab es ebenfalls keine Probleme. Wir fuhren dann gleich weiter in die nächste Stadt, um uns eine Autoversicherung zu besorgen. Dies war problemlos möglich, dauerte aber seine Zeit. Als wir dann fertig waren, wurde es dann schon wieder Abend und da wir noch keinen Stellplatz hatten, fuhren wir wieder zurück an die Grenze und verbrachten dort eine weitere Nacht.

 

13.04.10

 

Gestern hatte der Keilriemen plötzlich angefangen zu quietschen. Als ich heute Morgen nachschaute, fand ich eine abgebrochen Befestigungsschraube der Lichtmaschine im Motorraum liegen. Das blöde Teil macht nichts als Schwierigkeiten. Da ich es alleine nicht schaffte, die Maschine wieder anzuschrauben, bat ich einen Mechaniker mir zu helfen und nach drei Stunden hatten wir das blöde Ding wieder angeschraubt.

Mittags kamen wir dann endlich von der Grenze weg und wir machten uns auf den Weg um diese „gefährliche“ Land zu bereisen.

 

15.-16.04.10

 

Die letzten beiden Tage fuhren wir bis nach Medellin. Es war sehr anstrengend, ein ständiges auf und ab, immer hinter den noch langsamer als wir fahrenden Lastwagen her. An ein Überholen war (für uns) auf der kurvigen, unübersichtlichen Strecke nicht zu denken. Die Lastwagen fahren so langsam, dass sich die Radfahrer bequem während der Fahrt dranhängen können und sich so den Berg hochziehen lassen.

 

In Medellin angekommen fuhren wir direkt zu einem in einem Südamerikaführer angegebenen Stellplatz. Leider war das eine Fehlanzeige, wenn man Campen möchte, dann müsse man sich mindestens drei Tage vorher anmelden. Super, mittlerweile war es schon dunkel geworden und es war eigentlich das letzte was wir tun wollten, in der Dunkelheit durch uns unbekannte Stadtviertel zu fahren. Aber es half nichts, wir brauchten ein sichere Bleibe. Also zurück auf eine Hauptstraße und nach einer Tankstelle Ausschau halten. Susi hat dann ein Schild der Bomberos (Feuerwehr) gesehen und wir fragten, ob wir bei ihnen stehen bleiben durften. Wir wurden freundlich aufgenommen und mit Wasser und Kaffee versorgt. Wir wurden auch in Uniformen gesteckt und in ihr Feuerwehrfahrzeug gesetzt. Sie freuten sich aufrichtig, einmal Ausländer zu Besuch zu haben. Es wurde noch ein lustiger Abend.

 

Wir haben das die ersten Tage jetzt schon mehrmals erlebt, die Menschen fragen uns immer, warum wir ausgerechnet ihr Land besuchen. Sie wissen genau, welchen ruf sie in der Welt haben und sind deshalb um so erfreuter, wenn wir erzählen, das wir hier sind um uns vom Gegenteil zu überzeugen.

 

Am nächsten Tag wurden wir dann von Marcela, einer der Rettungsassistentinnen eingeladen, im Campus ihrer Uni zu parken. Nachdem sie uns das Gelände der Hochschule die von der Religionsgemeinschaft der Adventisten geführt wird, gezeigt hatte, nahm sie uns mit nach Hause, um uns ihrer Mutter und ihrer Tante vorzustellen. Da sie alle Mitglieder der Adventistengemeinde waren, bat uns ihre Mutter sie in den Gottesdienst zu begleiten. Aus Neugier und Höflichkeit stimmten wir zu. Danach zogen wir los um uns die Stadt anzuschauen.

 

Abends gingen wir dann in die Kirche, die praktischerweise direkt im Campus lag. Der rumänische Pfarrer predigte über Naturkatastrophen und dass dies ein Zeichen dafür war, dass Christus bald wieder auf die Erde käme um die Gläubigen und nur die zu retten. Der Gottesdienst wurde auch gefilmt und via Internet und Fernsehen im ganzen Land verbreitet.

Danach wurden wir noch dem Rektor vorgestellt und er erteilte uns offiziell die Erlaubnis auf dem Gelände der Uni übernachten zu dürfen.

Anschließend wurden wir noch von Marcelas Mutter verpflegt und wir saßen noch bis spät in die Nacht mit Jugendlichen der Gemeinde zusammen und redeten im wahrsten Sinne des Wortes über Gott und die Welt.

 

17.04.10

 

Die Strecke von Medellin nach Cartagena hat uns sehr gut gefallen. Sie führt anfangs noch durch die Berge, danach aber im Tiefland weiter. Tropische Vegetation, Weideland und Obstplantagen wechseln sich ab und in den kleinen Dörfern an der Straße kann man sich günstig mit allerlei tropischen Früchten eindecken.

Heute sind wir von einem Auto überholt worden. Ein paar hundert Meter weiter, parkte es am Straßenrand und die Insassen gaben uns wild gestikulierend Zeichen zum Anhalten. Nachdem die beiden Romänner ja Opfer eines ähnlichen Tricks geworden waren, waren wir gewarnt. Weil aber eine Frau und zwei Kinder dabei waren, hielten wir trotzdem an. Und es stellte sich heraus, dass sie uns gar nichts böses wollten, sondern uns nur im Fernsehen gesehen hatten und sie sich freuten, uns persönlich kennen zu lernen. Wir sagten ihnen, dass es sich um eine Verwechslung handeln müsse, aber sie waren felsenfest davon überzeugt, dass wir es waren. Na gut, wenn sie meinen.

Nachdem wir darüber nachdachten, fiel uns schon ein, dass tags zuvor Marcela von einem Reporter der Campuszeitung angerufen wurde und sie gefragt wurde, ob es uns was ausmache, wenn die sie unser Auto fotografieren und filmen würden. Und abends waren wir ja auch noch in der Messe und dort wurde ja ohnehin gefilmt.

 

18.- 21.04.10

 

Endlich in Cartagena angekommen, wir sind an der Karibik. Von den schönen Stränden die man aus den Katalogen der Reiseveranstalter kennt, fehlt allerdings jede Spur, dafür gibt es hier die wirklich schönste Altstadt Südamerikas. Diese ist noch fast gänzlich von einer Mauer umgeben und durch viel Polizeipräsenz so sicher, dass man sogar abends noch Spaziergänge unternehmen kann.

Obwohl es hier sehr warm und feucht ist, sind wir froh doch bis hier her durchgefahren zu sein.

 

Wir machten auch einen Ausflug mit dem Boot, zu einem der angeblich schönsten Stränden der Umgebung, aber leider regnete es heftig und wir konnten den Strand gar nicht richtig genießen.

Außerdem war es auch mehr Schein als Sein. Der Strand selber wäre schon ganz schön, aber leider ist er wie viele andere auch von Müll übersät. Sehr Schade.

 

Ansonsten haben wir wieder einmal zwei französische Familien getroffen. Eine davon trafen wir schon an unserem südlichsten Punkt der Reise, in Ushuaia und jetzt am Nördlichsten. Dazwischen haben wir sie nicht gesehen. Manchmal ist es schon irgendwie komisch.

 

22.04.10

 

Um doch noch schöne karibische Strände zu sehen, fuhren wir in den Parque National Tayrona. Wir kamen zu spät an und mussten vor dem Tor auf einem Campingplatz übernachten, was sich im nach hinein als gar nicht so schlecht herausstellte, denn die Dusche war erfrischend kalt.

 

23.04.10

 

Im Nationalpark hatten wir zwei Möglichkeiten, endlich an einen dieser berühmten Strände zu kommen. Reiten oder Wandern, wir entschlossen uns trotz der tropischen Schwüle fürs Wandern und liefen auf einem mehr oder weniger guten Pfad eine dreiviertel Stunde durch den Regenwald an einen sehr schönen Strand. Doch leider brannte die Sonne dort gnadenlos auf uns herab und wir mussten uns in den Schatten eines Restaurants flüchten. Wir können immer noch nicht verstehen, wie es Leute gibt, die sich den ganzen Tag in die Sonne legen können, ohne dabei umzukommen. Für so etwas sind wir einfach nicht gemacht.

Abends mieteten wir uns Jakob zu liebe zwei Pferde und ritten auf ihnen zurück zu MAX. Seitdem redet er oft von seiner Jenny, dem Pferd, auf dem er geritten ist.

 

24.04.10

 

Das war die bisher schlimmste Nacht unserer Reise. Es war so schwül heiß im Auto, dass wir fast nichts geschlafen haben. Sobald es hell wurde, standen wir auf und fuhren los. Wieder zurück Richtung Ecuador.

 

25.-27.04.10

 

Wir fuhren mehr oder weniger die gleiche Strecke zurück.

 

Unterwegs gab es wieder viele Polizei- und Militärkontrollen und die „Beamten“ behandelten uns immer korrekt und waren sehr hilfsbereit. Bis auf eine Ausnahme: Ein junger Polizist wollte sein Glück versuchen und „beschuldigte“ mich, dass meine in der Fahrertür steckende Machete eine Waffe sei und ich deshalb eine Verwarnung zu bezahlen hätte. Als ich anfing zu lächeln und ihm im freundschaftlichen Ton erklärte, dass hier dann wohl fast alle Männer den ganzen Tag bewaffnet herum laufen und auf ein paar zufällig anwesende Bauern zeigte, die ebenfalls grinsten, steckte er sie wieder zurück. Danach probierte er das Gleiche mit dem Metallhebel für den Wagenheber, der neben dem Messer in der Tür steckte. Aber seine, auf das Geschehen aufmerksam gewordenen, Kameraden pfiffen ihn zurück und schimpften mit ihm.

 

In Medellin hatten wir einen kleinen Unfall, konnten uns aber auf eine Schadensregulierung einigen und wir zahlten dem Gegner umgerechnet 20 €. Als ich einem Motorrad auswich, streifte MAX leicht ein neben uns fahrendes Auto, bei dem beide Plastikkotflügel kaputtgingen.

Am Abend schliefen wir wieder bei den Bomberos und dort gab es einen weitaus schlimmeren Unfall. Einer der Feuerwehrmänner hat aus versehen Jakobs geliebten blauen Lastwagen und seinen Radlader kaputt gefahren. Gott sie Dank hatte Jakob nichts davon mitbekommen, aber Susi und ich waren irgendwie traurig, schließlich hatte der Lastwagen schon einiges mit uns mitgemacht, aber Susi konnte in mühevoller Kleinarbeit die Fahrzeuge im Großen und Ganzen wieder zusammenkleben. Mal schauen wie lange sie in dem Zustand noch halten.

Ein Unglück kommt selten allein, wie wahr!

 

Auf Städte anschauen hatten wir irgendwie überhaupt keine Lust, aber die schauen sowieso immer gleich aus. Also fuhren wir durch und waren ehe wir uns versahen wieder in Ecuador.

 

Die Grenzabfertigung verlief wider erwarten so einfach und schnell ab, dass es uns schon sehr wunderte. Wir dachten, die Ausreise aus Kolumbien wird anstrengend und langwierig und es würde das Auto und wir ganz genau kontrolliert werden, aber die Grenzen zwischen den beiden Ländern sind offen, für Einheimische gibt es so gut wie keine Kontrollen mehr. Ganz sporadisch wird hin und wieder einmal ein Fahrer aufgefordert seinen Kofferraum zu öffnen, das war´s dann auch schon.