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Peru Teil 2

 

14.05.10

 

Die Einreise nach Peru über den Grenzübergang in Huaquillas verlief, entgegen anderer Erfahrungen sehr problemlos und schnell.

Hier war es das erste mal, dass MAX gegen die Fruchtfliege desinfiziert wurde. Eine Mann mit einem „Giftvernebler“ging ums Auto und besprühte die Reifen und die Radkästen. Dafür mussten wir 3 Soles 20 zahlen, umgerechnet ca. 80 €cent.

Die Fruchtfliege ist anscheinend der größte Feind der Südamerikanischen Länder, deshalb auch die ständigen Frucht-und Lebensmittelkontrollen an den Grenzen. Und jedes Land beschuldigt das Angrenzende der Invasion, als wie wenn sich die kleine Fliege an politische Grenzen halten würde.

Verrückt und wahrscheinlich nicht nur in unseren Augen völlig sinnlos.

 

15.05.10

 

Wir sind im Hostal „Casa Grillo“ und stehen hier direkt am Meer. Wir haben unseren eigenen mit Palmwedel bedeckten Unterstand mit Hängematte und Muschelmobile. Genau der richtige Ort zum Entspannen.

Aber wir haben Mitbewohner. Gestern Abend, während des Kochens erschien plötzlich ein kleiner Skorpion neben mir auf dem Tisch. Dummerweise sind diese kleinen Tierchen nicht ganz ungefährlich, deswegen habe ich ihn sanft aber nachdrücklich mit meiner Machete weit von unserem Unterstand wegbefördert.

Mit der Kammspinne, die ich heute früh unter einem Holzklotz verschwinden sah, tötete ich lieber gleich. Mit ihrem Gift, dem stärksten bekannten Spinnengift wollen wir lieber keine Bekanntschaft machen.

 

neu:

 

16.- 17.05.10

 

Von Kerstin und Roman haben wir einen guten Tipp bekommen, das Hotel Mamita Helmita in Lambayeque. Ganz haben wir die Geschichte nicht verstanden, aber der Besitzer hat irgendwie vor Jahren von einer reichen Deutschen Geld für sein Studium in Heidelberg und für das Hotel geschenkt bekommen und/oder geerbt und deshalb dürfen alle deutschen Reisenden kostenlos bei ihm übernachten. Ein feiner Zug, den wir gleich ausgenutzt haben.

 

Da Susi keinen Sinn für alte Steine und dergleichen hat, hab ich mir halt das Museum Tumbas Reales de Sipán alleine angeschaut. Als ich dort ankam, traute ich meinen Augen nicht, der Parkplatz war voller Schulbusse, aus dem hordenweise lärmende Kinder und Jugendliche quollen. Ich wollte schon wieder umdrehen und mir das ganze ersparen, als mich ein aufmerksamer Museumswärter erblickte. Ihm musste wohl mein skeptischer Blick aufgefallen sein, er winkte mich zu sich heran und teilte mir mit, daß der Eintritt heute kostenlos sei und deswegen so viele Schulkinder hier wären. Und er lotste mich an den endlosen Reihen wartender Kinder vorbei zum Eingang. Drinnen war es dann gar nicht so schlimm, wie gedacht. Ich konnte mir in Ruhe die unvorstellbar wertvollen golden Grabfunde aus den Gräbern der Herrscher von Sipán anschauen.

Das Museum ist auf jeden Fall einen Besuch wert.

 

18.-19.05.10

 

Wir besuchten das touristische Küstenstädtchen Huanchaco, dort gibt es eine Besonderheit. Die Fischer fahren mit sogenannten „Caballitos de Totora“ (Schilfrohrpferdchen) raus zum Fischen. Diese aus Schilfrohr gebundenen Boote wurden schon vor 2000 Jahren von den Mochica- und Chimú Indianern verwendet.

Ansonsten gibt es nicht viel zu sehen in diesem Ort. Von einer Mole aus haben Jakob und ich

noch versucht zu fischen, aber wir hatten kein Glück und so gab es wieder einmal Nudeln mit Thunfischsoße. Neben Eintopf unser Standardabendessen. Gut und günstig.

 

20.05.10

 

Heute besichtigen wir die Ruinen von Chan Chan. Sie beherbergte einst bis zu 80000 Bewohner und war in ihrer Blütezeit im 13. und 14. Jahrhundert nicht nur die größte Stadt Südamerikas, sondern der ganzen Welt.

Die ganze Stadt war nur aus Lehmziegeln errichtet und man fand in ihr unermessliche Gold- und Silberschätze. Leider nagt der Zahn der Zeit und der Regen an den Lehmziegeln und die Stadt zerfällt mehr und mehr. Es wurde aber ein Stadtteil restauriert und die bis zu 12 Meter hohen Mauern wieder aufgebaut, die jedes Stadtviertel umgaben.

 

22.05.10

 

In Caletta Vidal wollten wir noch ein paar geruhsame Tage am Strand verbringen. Leider war es aber ziemlich windig und für den Strand definitiv zu kalt, also fuhren wir nach einer Übernachtung weiter nach Lima. Man merkt , dass der „Winter“ Einzug hält.

 

In Lima quartierten wir uns wieder im Hostal Hitchhiker ein. Die dort arbeitende Mädels freuten sich Jakob wieder zu sehen und beschäftigten ihn den ganzen Tag. Wir genossen die „Jakob freie Zeit“. Auch mal schön, mal wieder Zeit zum ungestörten Lesen und dergleichen zu haben.

 

Wir sind jetzt zu viert. Am 24.holten wir Kicki, einen Freund aus unserer Heimat von Flughafen ab. Er wird uns die nächsten 3 ½ Wochen begleiten. Wir sind schon gespannt, wie wir zu viert in unserem Max schlafen sollen. Zur Sicherheit haben wir in einem Baumarkt ein billiges Zelt gekauft, in das er ausweichen kann, wenn es im Bus zu eng wird.

 

MAX steht während dessen ein paar Tage bei Hermann in der Werkstatt. Er bekommt einen großen Service und außerdem werden wieder einmal die Schienen der Steuerkette gewechselt. Die hat uns Kicki aus Deutschland mitgebracht, da sich seit Kolumbien wieder ein rasselndes Geräusch in unserem Motor bemerkbar machte. Außerdem stellte Hermann fest, dass die Befestigung unserer Lichtmaschine fast abgebrochen war und der Hub der Zylinder nicht stimmte und MAX bergauf deshalb so wenig Leistung hatte.

In der Werkstatt feierten wir auch ein herzliches Wiedersehen mit Matias. Er kümmerte sich wieder rührend um uns und fuhr mit uns wegen dem Zelt für Kicki durch die ganze Stadt.

 

An einem Abend schauten wir uns den Aquapark in Lima an. Dort gibt es viele Springbrunnen, die Nachts farbig angestrahlt werden. Am größten Springbrunnen wird eine Wassershow gezeigt, bei der ihm Takt von klassischer Musik die Wasserfontainen gesteuert werden und dabei von Lasern angestrahlt werden. Höhepunkt ist die Projektion von bewegten Bildern auf einen Wasserschleier.

 

28.05.10

 

Relativ spät kamen wir heute aus der Werkstatt. Aber wir beschlossen trotzdem loszufahren.

Nach fast 90 km hielt uns ein Polizist auf und wollte uns kontrollieren. Dabei bemerkten wir das eine Hinterradbremse blockierte, ziemlich stank und schon sehr heiß war.

Wir riefen in der Werkstatt an und Matias versprach, sofort mit zwei Mechanikern vorbeizukommen. Nach einer Stunde waren sie da und die Mechaniker machten sich über die Bremse her. Sie brauchten eine Stunde, um die Bremse wieder zu lösen und es war danach schon zu spät, um weiterzufahren.

Aber wir hatten wieder einmal Glück im Unglück, das „Wochenendhäuschen“ von Matias war keine 5 km weg. Er bot uns an, die Nacht dort zu verbringen und wir stimmten natürlich sofort zu. Das Häuschen entpuppte sich dann als Villa in einem „Country Club“, mit offenem Kamin und einem Whirlpool auf der Dachterasse. Genial. Das war die richige Entschädigung für Kicki, der ja wegen uns und MAX fast vier Tage seines Urlaubs in Lima vergeudete.

 

29-03.05.10

 

Nach der Nacht im Wochenendhäuschen fuhren wir weiter nach Paracas. Wir buchten für den darauffolgenden Tag einen Bootsausflug zu den Islas Ballestas. Dort nisten tausende von Seevögel, Pinguine und Seelöwen tummeln sich im kalten Humboldstrom.

 

Leider konnte ich den Ausflug nicht mitmachen, da ich mit schwerem Durchfall ans Klo gefesselt war. Mir ging´s so hundeelend, dass ich die nächsten Fahrtage auf einer Isomatte liegend im Auto verbrachte. Nachdem es mir nach drei Tagen immer noch nicht besser ging, besorgte Susi mir ein Antibiotikum. Danach ging es mir langsam wieder besser und ich konnte die Bergwelt zwischen Ayacucho und Cusco doch noch genießen.

 

Es stellte sich heraus, das MAX für vier Leute doch zu eng ist und Kicki schläft seitdem im Zelt. Die Leute schauen zwar jetzt noch blöder, aber es funktioniert.

 

Ich hatte die letzten Tage einen ziemlichen Durchhänger, vielleicht lag´s auch an meiner körperlichen Verfassung, aber mich regten die Leute plötzlich so dermassen auf, dass ich schon mit dem Gedanken spielte, die Reise vorzeitig abzubrechen, MAX heimzuverschiffen und nach Kanada zu fliegen, um dort noch zwei Monate mit dem Kanu in der Wildnis zu verbringen.

Die Peruaner sind im großen und ganzen sehr nett und kontaktfreudig. Aber gerade diese Offenheit bringt mich zur Zeit zur Weisglut. Egal wo wir sind, es kommen immer gleich ein paar von ihnen zum Auto und stellen Fragen zu unserer Reise, zu MAX und zu unserem Leben in Deutschland. Das wäre alles kein Problem, wir freuen uns ja auch, wenn wir etwas über ihr Leben erfahren, aber die Menschen hier wissen einfach nicht wann Schluß ist. Man kann ihnen dreimal sagen, dass man Kochen oder Schlafen möchte oder einfach keine Lust mehr hat sich zu unterhalten. Das wird alles nicht akzeptiert, sie schleichen bis spät in die Nacht ums Auto, klopfen oder spechten durch irgendwelche Löcher, die wir vergessen haben abzuhängen. Sie würden uns auch noch beim Schei.... zuschauen, wenn wir ihnen nur die Gelegenheit bieten würden.

 

04.-08.05.10

 

In Cusco waren wir auf dem Campingplatz von Helmi und Gonna, eine Oase der Ruhe und ein fester Anlaufpunkt für alle Wohnmobilreisende in Südamerika.

Von hier aus unternahmen wir Ausflüge in die Stadt.

Wir hatten Glück und waren zum Fest "Corpus Christi" in der Stadt. Frohnleichnam wird hier in Cusco mit einem großen festlichen Umzug gefeiert. Dabei werden schwere religiöse Statuen von Männern durch die Straßen getragen, es wird getanzt und viel gegessen und noch mehr getrunken.

 

 

Von Cusco aus wollten wir eigentlich mit MAX bis nach Santa Teresa fahren und von dort mit dem Zug weiter nach Aguas Calientes. Da Kicki aber nicht so lange Zeit hatte, wählten wir die schnellere und stressfreiere Variante. Mit dem Bus und Zug nach Aguas Caliente, dort in einem Hostal übernachten und dann um 05.30 Uhr mit dem Bus nach Machupicchu. So unser Plan.

 

In Aguas Calientes gingen wir zum Abendessen ins “El Indio Feliz”, mit einem französischem Koch mit diversen Auszeichnungen. Dort gönnten wir uns ein drei Gänge Menü, Kicki aß zur Vorspeise eine kreolisch Gemüsesuppe, danach Hühnchen mit Ananassoße mit karibischen Senf und Jamaica Rum, zum Nachtisch gab´s bei ihm Mousse au Chocolate.

Bei Susi gab´s französische Zwiebelsuppe, Ingwerhuhn mit chilenischer Rotweinsoße und Orangenstrudel.

Bei mir eine Platte aus gekochtem Gemüse, Rinderspieße mit Pfeffer und Johannisbrotbaumsoße, zur Nachspeise gab´s ebenfalls Mousse au Chocolate.

 

Und Jakob pickte sich von jedem die Rosinen von Teller.

 

Zum Abschluß gab´s dann noch einen Pisco Sour.

 

Sehr, sehr gut und vor allem große Portionen. Die 25 € pro Person haben sich auf jeden Fall rentiert.

 

Danach fielen wir voll und hundemüde ins Bett. Wir schliefen sofort ein.

Der Wecker riss uns aber um halb fünf schon wieder gnadenlos aus unseren Träumen. Noch schnell geduscht und dann ab zum Bus. Leider hatten mehrere Menschen die gleiche Idee und wir mussten uns ziemlich weit hinten in der Reihe anstellen. Doch da ein Bus nach dem anderem fährt, waren wir um kurz vor 06.00 Uhr am Eingang von Machupicchu. Nur noch schnell die Karten vorgezeigt und wir waren in der Anlage.

Zuerst gingen wir zu einem Aussichtspunkt, von wo aus man die ganze Anlage überblicken kann und machten das obligatorische Übersichtsfoto, dass schon tausende Menschen vor uns machten und das etliche Postkarten ziert.

 

Danach trennten sich unsere Wege, Kicki bestieg den Wayapicchu. Der Weg auf ihn hinauf ist ziemlich beschwerlich und man muss etliche Steile Treppen bewältigen. Mit Jakob auf den Schultern wäre das für mich unmöglich gewesen, deshalb verzichteten Susi und ich auf das Vergnügen die Anlage aus der „Vogelperspektive“ zu sehen. Wir schlenderten derweil langsam durch die engen Gassen und bewunderten die präzise Baukunst der Inka´s. Sie bauten erdbebenfeste Mauern aus Steinblöcken, die so genau aufeinander passen, dass man nicht einmal eine Rasierklinge dazwischen zwängen könnte.

 

Die Lage der Stadt ist atemberaubend, sie ist zwischen den zwei Bergen Machupicchu und Wayapicchu eingeklemmt und links und rechts geht es steil bergab in das Tal des Flußes Urubamba.

 

Der eigentliche Zweck ist bis heute völlig unbekannt. Einige vermuten, dass es sich um eine Sommerresidenz des Inkaherrschers handelte, andere sind der Meinung, dass es sich um eine Fluchtburg der Sonnenjungfrauen, um eine Stadt der Magier oder ähnliches handelt.

Manche Wissenschaftler glauben, dass es sich um ein Heiligtum aus der Präinkazeit handelt.

Fest steht, dass in den Ruinen viel mehr Mumien von Frauen als von Männern gefunden wurden und die Anlage festungsartig ausgebaut ist. Außerdem gibt es viele natürliche und von Menschenhand geschaffene Besonderheiten, die auf die Sonnenwenden, auf die Tag- und Nacht- gleiche sowie auf die Stellung der Sterne ausgerichtet sind.

Die Stadt war auch weitgehend autark. Es gibt Terrassenfelder, die in die steilen Berghänge gebaut und auf denen Mais und Kartoffeln angebaut wurden. Außerdem verfügte sie über eine „Wasserleitung“, durch die das Wasser in verschiedene Becken innerhalb der Stadt geleitet wurde.

 

 

Es wird noch lange ein Geheimnis bleiben, welchen Zweck Machupicchu einmal hatte. Aber das macht auch ein bisschen den Reiz der Ruinenstadt aus. Der Besuch der Anlage war einer der Highlights unserer Reise.

 

Nachmittags fuhren wir wieder zurück nach Aguas Caliente und danach weiter mit dem Zug und Bus nach Cusco. Um 23.00 Uhr waren wir wieder auf dem Campingplatz und fielen müde und erschöpft ins Bett.