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Peru


 

 

 

02.03.10

 

Gestern Abend beschlossen wir uns doch unvorbereitet ins „Abenteuer“ zu stürzen und fuhren in der Früh los. Ein bisschen mulmig war uns schon zu mute, als wir auf die Grenze zu fuhren. Was hatten wir nicht für Geschichten über diesen Grenzübergang und den Beamten gehört. Sie würden gleich zu mehreren ins Auto kommen, um die Schränke zu durchsuchen. Dabei solle es auch vorkommen, dass sie etwas klauten.

In Wirklichkeit war es ganz anders, dass Grenzgebäude war neu und modern und die Beamten nett und hilfsbereit. Auch die Kontrolle verlief alles andere als unseriös. Vielleicht lag es wieder einmal am Kinderbonus, wir wissen es nicht.

 

Spät abends kamen wir in der Grenzstadt Tacna an und fuhren etwas planlos kreuz und quer durch die Stadt, um zuerst einen Geldautomaten und danach einen sicheren Stellplatz zu finden, als uns einen Polizeistreife aufhielt. Meine erster Gedanke war: „Na toll, geht’s schon los mit der Abzocke“, aber die beiden wollten nur wissen, ob sie uns bei der Suche helfen könnten und zeigten uns den Weg zur Innenstadt.

 

Auf dem zentralen Platz sollten sich laut Reiseführer zwielichtige Gestalten herumtreiben, die einem zu überteuerten Preisen Touren anbieten würden.

Und als Susi gerade zwei weitere Polizisten fragte, ob es sicher sei die Nacht hier zu verbringen, kam prompt eine dieser Gestalten, die uns schon läger beobachtet hatte, auf MAX zu.

Ich dachte: „Vorsicht, Nepper Schlepper Bauernfänger, Nachtigal ich hör dier Trapsen“ (Schöne Grüße Franz).

Da ich aber nicht unhöflich sein wollte, ließ ich mich auf ein Gespräch ein und erzählte ihm, dass wir einen Stellplatz für die Nacht suchen würden. Er bot uns daraufhin gleich an uns zu einem Automobilclub zu lotsen und dort könnten wir ruhig stehen. Aus bekannten Gründen fragte ich ihn dann doch ein bisschen beleidigend, wie viel er denn für diese großzügige Geste verlangen würde. „Wieso? Nichts, ich möchte nur hilfsbereit sein und außerdem liegt das Anwesen an meinem Nachhauseweg.“ kam als Antwort. Er brachte uns dann tatsächlich zum Gelände des Touring y Automovilclub Peru und führte für uns auch noch die Preisverhandlungen. Danke José.

 

So das war unser erster Tag „Abenteuer Peru“, wir sind gleich drei Vorurteilen auf den Leim gegangen. Aber die Leute hier sind bis jetzt nett, aufgeschlossen und hilfsbereit und wir freuen uns darauf sie näher kennen zu lernen.

 

03.03.10

 

Heute waren wir im bolivianischem Konsulat, um uns zu erkundigen, ob das mit der einmaligen Einreise für Europäer stimmt. Die nette Dame wusste davon noch nichts, nach einem Telefonat bestätigte sie es uns aber.

Da Machu Pichu auch erst ab 01.04.10 zugänglich ist, haben wir nun endgültig beschlossen, entlang der Küste nach Equador usw. zu fahren und erst auf dem Rückweg das Hochland und Bolivien zu bereisen.

 

Außerdem waren wir billig essen, kauften „Zivilisationsgüter“ ein und ließen unser Auto waschen.

 

Dem Chef des Clubs erzählten wir auch noch, dass wir beim Lenken im 4x4 Betrieb immer ein Klacken hörten, in Chile es dafür aber keine Ersatzteile gegeben hätte und es außerdem nicht so schlimm sei. Daraufhin sagte er uns er kenne eine Werkstatt, die sich auf Lenkungen spezialisierst habe und brachte uns hin. Der Mechaniker meinte, es sei kein Problem das zu reparieren, er brauche zwei Tage dafür.

Also ließen wir MAX stehen und fuhren mit dem Taxi zurück, bezogen für eine Nacht einen Bungalow und entspannten am Pool.

 

04.03.10

 

Heute zeigte sich, dass ein bisschen bessere Vorbereitung nicht geschadet hätte.

Wir standen um 08.00 Uhr auf und um 10.00 Uhr ließen wir uns von der Rezeption ein Taxi bestellen, da wir MAX gegen Mittag fertig werden würde und ich gerne noch ein bisschen bei der Arbeit zuschauen wollte.

Auf der Fahrt dorthin fragte ich den Taxifahrer nach der genauen Uhrzeit, weil die Stadt erst zum Leben erwachte.

Da kam heraus, dass der Zeitunterschied von Chile zu Peru minuns zwei Stunden beträgt, wir also nicht kurz vor zehn, sondern erst kurz vor acht Uhr hatten. Das erklärte auch, warum die Sonne hier schon um 18.00 Uhr untergeht, wie wir fälschlicherweise dachten.

 

Es wurde wieder einmal ein langer Tag an einer Werkstatt, aber es hat sich gelohnt. Die Lenkung funktioniert wieder einwandfrei. Das Ganze kostete dann circa 50 Euro.

 

 

06.- 10.03.10

 

Die Tage verbrachten wir in Arequipa.

 

Wir besichtigten das Kloster Santa Catalina, „Eine Stadt in der Stadt“. Die Kloster schottete sich fast 400 Jahre von der Außenwelt ab und wurde erst 1970 für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Eine der Nonnen, Ana de los Angeles Monteagudo (+1668) wurde 1985 selig gesprochen. Die Anlage ist auf jeden Fall einen Besuch wert, in den engen Gassen und auf den schönen Plätzen scheint die Zeit stehen geblieben zu sein.

 

Nachmittags ging Jakob auf dem zentralen Platz Tauben sprengen. Da die Leute die Vögel mit Futter anlocken, um dann von einem der herumlaufenden professionellen Fotografen ein Bild mit sich und den Tieren machen zu lassen, war das natürlich ein Heidenspaß für ihn und für die Leute auch. Ein blond gelockter Junge, der wie wild den Tauben hinterher läuft, kommt hier wohl nicht so oft vor.

Als uns dann noch eine Mutter ansprach, ob sie ein Bild von Jakob mit ihrer Tochter machen dürfte, war das Eis gebrochen. Jakob wurde zum Fotomotiv Nummer eins auf dem Platz. Die Fotografen bekamen einen Auftrag nach dem anderen und wir mussten aufpassen, das es Jakob nicht zu viel wurde.

Sollte uns einmal das Geld ausgehen, wissen wir jetzt wie wir unsere Reisekasse aufbessern können.

 

Gegessen und eingekauft haben wir in der Markthalle, in der Jakob auch bald bekannt war. Die Marktfrauen schenkten ihm Bananen und Oliven und hatten ihren Spaß mit ihm und freuten sich, wenn er ihnen zum Abschied zu winkte.

 

neu:

 

 

11.03.10

 

Heute brachen wir auf zum Colca Canjon, einem der tiefsten Schluchten der Welt. Auf dem Weg dorthin mussten wir einen 4910 m hohen Pass überqueren. Die im Reiseführer angepriesene Aussicht konnten wir aber nicht genießen, da wir in einen Schneesturm kamen und gerade noch die paar Meter Straße vor MAX erkennen konnten. Die Abfahrt nach Chivay war dann dank des dichten Nebels, der steilen Serpentinen und der langsam einbrechenden Dunkelheit sehr abenteuerlich und wir waren froh endlich auf der Plaza der Stadt angekommen zu sein. Nachdem wir uns an einer der kleinen Garküchen noch etwas zu essen gekauft hatten, gingen wir ins Bett.

 

13.03.10

 

Wir waren heute schon sehr früh am Cruz del Condor, um Kondore zu beobachteten. Die großen Vögel haben ihre Nester in den Felsvorsprüngen an der steilen Wand der Schlucht und nutzen die Aufwinde am Morgen. Es ist schon ein großartiges Schauspiel, wenn sich die Vögel in majestätischen Kreisen in den Himmel schrauben, ohne mit ihren mächtigen Flügel zu schlagen. Die neugierigen Kondore fliegen dabei ganz nah an den Beobachtungsterrassen vorbei und man kann die über die Flügel streichende Luft zischen hören. Ein ganz besonderes Erlebnis mit Gänsehautfaktor.

 

Nachmittags fuhren wir noch am Canyon entlang, um uns die Terrassenfelder, die noch aus der Zeit der Inka stammen und noch immer benützt werden, anzuschauen. Mit Hilfe eines ausgeklügelten Bewässerungssystems aus Gräben, Aquädukten und Kanälen werden die Felder mit Wasser versorgt.

Die Menschen hier arbeiten hart, um dem Boden ein paar Früchte abzugewinnen. Sie haben sich ihre Traditionen erhalten und überall kann man Frauen beobachteten, die noch ihre bunten Trachten tragen. Die alten Frauen sitzen auf Bänken vor ihren Häusern und spinnen die Lamawolle mit einfachen Handspindeln zu einem Wollfaden und unterhalten sich. Manchmal kommt es uns so vor, als wäre die Zeit stehen geblieben, auf jedenfalls ticken die Uhren hier ein bisschen langsamer als zuhause.

 

Zurück in Chivay trafen wir zu unser Freude Kerstin und Roman. Die Beiden hatten wir in San Pedro de Atacama kennen gelernt. Eigentlich wollten sie schon viel weiter sein, aber in Arica hatten sie Probleme mit ihrem Getriebe und saßen neun Tage dort fest.

Wir beschlossen das Wiedersehen mit einem Cuyessen zu feiern. Der Wirt ging erst einmal los, um welche zu holen. Mit einem Sack frischgeschlachteten Tieren kam er wieder zurück und verschwand in der Küche.

Als die Kellnerin mit den Tellern kam, mussten wir erst einmal schlucken. Es kam am Stück, mit Haut und ein paar restlichen Haaren, mit Kopf und sogar die Krallen waren noch dran. Aber wenn man sich einmal an den Anblick gewöhnt hat, schmeckt es sehr gut. Leider ist nicht viel dran an so einem Cuy. Richtig satt wird man nicht.

Meerschweinchen sind für die Menschen hier ein wichtiger Proteinlieferant und fast jeder Haushalt hält sich ein paar dieser Tierchen in Käfigen.

 

Es wurde ein sehr schöner Abend, trotzdem gingen wir relativ früh ins Bett, weil wir beschlossen hatten, am nächsten Morgen gemeinsam noch einmal zum Cruz de Condor zu fahren.

 

 

14.03.10

 

Nachdem der letzte Kondor sich aus unserem Sichtfeld geschraubt hatte, frühstückten wir auf einem Platz mit großartiger Aussicht auf die umliegenden Vulkane. Danach verabschiedeten wir uns von Kerstin und Roman, nicht ohne uns für Nasca zu verabreden und fuhren zurück nach Arequipa. Der Pass war heute wolkenfrei und wir konnten die Fahrt richtig genießen.

 

neu:

 

16.03.10

 

Die Fahrt auf der Panamericana Sur nach Nasca war ziemlich langweilig. Die Strecke führte wieder einmal durch die Wüste, immer entlang der Pazifikküste. Nur hin und wieder wieder wird die Monotonie durch ein fruchtbares Flußtal unterbrochen, dort werden dann Reis, Oliven und sogar Spargel angebaut.

Entlang der sandig-windigen Küste ziehen sich stinkende Hühnerfarmen und Legebatterien, die ständig für „Pollo“ Nachschub sorgen.

Inmitten der Wüste sieht man auch hin und wieder kleine, scheinbar unbewohnte Siedlungen, es sind sogenannte Pueblos Jovenes, junge Dörfer. Es haben sich dort überwiegend Obdachlose durch den Bau einer Hütte aus Bambusmatten ein Stück Wüste gesichert und je länger die Siedlungen existieren, wandelt sich das Bild. Die Hütten wachsen, aus Planen werden Trinkwasserteiche gebaut, die mit Hilfe der unzähligen „TrinkwasserTanklaster“ befüllt werden und die Menschen versuchen durch kleine Geschäfte oder Essenbuden ein wenig Geld zu verdienen.

Meistens kommt es aber nicht so weit, die Bambushütten vom ewigen Wind zerzaust und verlassen, weil das Geld für die Reparatur fehlt und die Menschen fangen von vorne an.

 

In Nasca haben wir uns in den Hof eines Schweizer Hotels geparkt und auf Roman und Kerstin gewartet. Als wir dann wegen eines Anrufes an die Rezeption gerufen wurden, war klar dass etwas passiert war. Auf dem Weg nach Nasca gab das frisch reparierte Getriebe ihres Nissans wieder seinen Geist auf. Zum Glück schafften sie es noch in ein kleines Fischerdorf mit Werkstatt, aber aus unserem Treffen wurde leider nichts mehr. Sehr Schade.

 

Wir überlegten, ob wir einen Rundflug über die Linien machen sollten, aber aufgrund der relativ vielen Abstürze ließen wir es aber bleiben und beschränkten uns auf die Hand und den Baum, die von einem Aussichtsturm neben der Panamericana betrachtet werden konnten.

 

Wir besuchten auch noch einen Friedhof der xxxxxKultur, die Gräber wurden geöffnet und in ihnen sitzen die Mumien. Da das Gelände im Laufe der Jahre von Grabräubern umgegraben wurde, liegen überall Stofffetzen, Keramikscherben und Knochenfragmente herum. Irgendwie bizarr.

Mit dem wachhabendem Polizisten führten wir ein sehr interessantes und aufschlussreiches Gespräch.

Ein Polizist in Peru verdient ca. 300 US$. Davon muss er sich die Uniform, seine Stiefel, die Handschellen und sogar die Pistole und die Munition selber kaufen.

Für eine Schicht bekommt die Streifenbesatzung das Geld für 7 Gallonen Benzin. Davon werden in der Regel 3 Gallonen getankt, das Geld für eine Gallone bekommt der Chef und das Restliche teilen sich die beiden Kollegen auf. Es wird dann nur von Einsatzort zu Einsatzort gefahren oder am Straßenrand geparkt und kontrolliert.

Mit 300 US$ kommt man selbst in Peru nicht weit und viele der Polizisten haben Zweitjobs. Nach 30 Dienstjahren wird man in Rente geschickt und bekommt dafür insgesamt 250 € Rente vom Staat.

Damit erklärt sich zumindest für uns, warum die Polizisten oft mehr weg als hinschauen, wenn es zu Straftaten kommt und ein paar von ihnen versuchen sich ihren Lohn durch „Abzocke“ und Bestechung aufzubessern.

 

Allerdings müssen wir dazu sagen, dass wir in Peru bisher keinerlei schlechte Erfahrungen mit der Polizei hatten. Ganz im Gegenteil, wenn wir angehalten werden, dann nur weil sie neugierig sind oder sich erkundigen wollen, ob wir Hilfe brauchen. Auch schlafen wir in den Städten meist neben den Polizeistationen und haben uns immer sicher gefühlt.

 

19.-24.03.10

 

Endlich im Hostal angekommen. Der Verkehr in Lima ist noch schlimmer als im Rest des Landes. Es scheint nur eine Regel zu geben, wer am lautesten hupt hat Vorfahrt. Leider sind die meisten Hupen alle gleich laut und somit ist die Regel auch hinfällig. Es zählt dann nur noch der Mut und die Bereitschaft seine Gegner notfalls einfach abzudrängen. Aber wir haben es geschafft und stehen im Hof eines Hostal im Nobelviertel der Stadt. Neben uns stehen noch ein Belgier und wie soll es anders sein, zwei Franzosen. Zu unserer Freude waren auch Bertrand und Emilie mit ihren zwei Söhnen darunter. Wir haben die vier das erste Mal in Puerto Iguazu getroffen und sind uns auch im Laufe der Reise ein paarmal begegnet.

Wenn wir vor der Reise gewusst hätten, dass für uns Französisch auf dieser Reise die zweit wichtigste Sprache werden würde, hätten wir unsere in Sprachkenntnisse ein wenig aufgefrischt.

 

Eigentlich wollten wir nur eine Nacht in Lima bleiben, aber es war super für Jakob endlich wieder einmal Spielkameraden zu haben und im Hof konnten sie sich auch unbeaufsichtigt austoben.

 

Als wir uns am Montag auf den Weg machten Lima zu verlassen, kamen wir an einer großen Boschwerkstatt vorbei. Und weil unsere Innenraumbatterie schlapp macht, hielten wir um nach einer neuen zu fragen. Der Chef der Werkstatt wollte uns aber keine neue Verkaufen, bevor er nicht den Grund für den Ausfall gefunden hätte. Er maß und testete und es stellte sich heraus, dass die Lichtmaschine immer noch mit zu wenig Spannung lud. Er rief dann auch noch den Chef der Boschvertretung für Peru, einen Deutschen an, damit wir mit ihm das Problem besprechen konnten. Danach beschlossen wir die Lichtmaschine noch einmal ausbauen und reparieren zu lassen.

Weil Jakob einen Pilz an seinem besten Teil hatte, rief der Chef seinen Kumpel Matthias an, damit der uns zu einer guten Apotheke bringt. Einer der Kunden in der Apotheke war zufällig ein Kinderarzt. Matthias sprach ihn an und er bot uns an, Jakob trotz Mittagspause in seiner Praxis kostenlos zu untersuchen. Wir nahmen natürlich dankend an. Als wir wieder auf der Straße waren, erzählte uns Matthias, dass dies der beste Kinderarzt in Lima sei und er auch eine eigene Fernsehsendung hatte. Er habe ihn nur nicht gleich erkannt, weil er damals ein paar Kilo mehr auf den Rippen hatte. So ein Zufall.

Matthias spielte dann auch noch Fremdenführer für uns und zeigte uns Lima. Abends gingen wir dann mit ihm essen. Es wurde ein schöner Tag.

 

 

25.-27.03.10

 

Unser Plan war eigentlich, auf der Panamericana norte so schnell wie möglich nach Ecuador zu fahren, aber wir hatten die Schnauze voll, wir konnten keine Wüste mehr sehen. Also bogen wir ab Richtung Berge. Laut Reiseführer soll die Piste von Cajamarca nach Chachapojas schlecht und schlaglochübersät sein, aber das war uns egal, bloß weg aus der Wüste und rein ins grüne subtropische Bergland, zu den Bananenhainen und Kaffeeplantagen.

Die Piste war dann doch abenteuerlich, nicht weil sie so schlecht war, ganz im Gegenteil, sie war sogar sehr gut, sondern weil sie einspurig war und in die steilen Berghang gebaut war. Links ging´s steil hoch, rechts genauso steil weit runter, von Leitplanken oder anderen Begrenzungen keine Spur. Gefährlich wurde es dann, als es anfing zu regnen und dichter Nebel aufzog. Im Schritttempo tasteten wir uns voran. Zum Glück kam uns kein Auto entgegen.

Übernachtet haben wir in XXXX einem kleinem Dorf. Die Leute waren wie immer sehr freundlich und neugierig und stellten uns wie üblich viele Fragen. Die Kinder kamen ins Auto und schauten uns beim Essen zu . Abends wurde dann einfach die Dorfstraße gesperrt, ein Netz gespannt und Volleyball gespielt.

Wir brauchten 2 Tage für 130 km, bevor wir auf eine durch den Nieselregen aufgeweichte Schlammpiste abbiegen konnten, die uns zu den Ruinen von Kuélap führte.

 

28.03.10

 

Der Tag begrüßte uns wieder mit Nebel und Nieselregen. Aber das machte gar nichts, das verlieh der Anlage etwas mystisches und wir wissen jetzt wenigstens, wieso die einstigen Bewohner Chachapojas, Nebel-oder Wolkenkrieger genannt wurden.

Die Anlage ist von einer 20 Meter hohen Steinmauer umgeben und beherbergte einst 3000 Menschen, die in steinernen Rundhäusern wohnten. In fast jedem dieser Häuser gibt es kellerartige Vertiefungen, in denen Mumien gefunden wurden.

Aufgrund des Wetters und der für Rucksackreisende relativ umständlichen Anreise waren wir alleine in der Anlage.

Auf der Rückfahrt auf die Hauptstraße, gabelten wir noch zwei Engländer auf, die mit ihren schweren Rucksäcken zu Fuß nach Chachapojas unterwegs waren.

In Chachapojas stellten wir uns auch an den Plaza, um dort zu übernachten und es war das erste Mal, dass wir uns in einer Stadt unwohl fühlten. Wir wurden von Trinkern belagert, die stumm ihren Kopf durchs Fenster steckten und dumm in unseren Kochtopf starrten und erst gingen als Susi ihnen das Fenster vor der Nase zu machte.

 

 

 

29.03.10

 

Wir waren froh die Stadt hinter uns lassen zu können und machten uns auf den Weg nach Ecuador. Wir hatten zwei Optionen, 1. eine gute Straße und 400 km Umweg oder 2. eine miserable Piste, die direkt nach Vilcabamba führt und wir entschieden uns dummerweise für die Nummer 2. Die Strecke war hundsmiserabel. Eigentlich wollten wir bis zur Grenze durchfahren, aber auf Grund der vielen tiefen Schlaglöchern schafften wir es nicht und mußten in Nueva Esperanza übernachten.

Was für ein Glück für Jakob, wir hatten kaum den Motor abgestellt kamen mindestens 1000 Kinder auf Max zu gestürmt und schnappten sich nach kurzem zögern Jakob und waren nicht mehr gesehen. Er wurde herumgereicht und jeder zeigte ihm seine Meerschweinchen, Esel, Kaninchen und Hunde und die Mütter schenkten ihm Bonbons. Als Susi dann doch einmal einen Jungen fragte, wo Jakob jetzt sei, meinte dieser scherzhaft: „ Ahora se lo robaron!“ Jetzt haben sie ihn geklaut! Komischerweise ließ er sich alles ohne murren gefallen und konnte gar nicht genug kriegen.