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Von Buenos Aires zu den Iguazú Fällen

 

30.09.09

 

Die Reise kann losgehen. Wir haben die erste Nacht im Max verbracht und sind froh Buenos Aires verlassen zu können. In dieser Stadt Auto zu fahren ist kein Spaß. Auf 3- 4 spurigen Straßen, teilweise ohne Fahrbahnmarkierungen, muss man sich seinen Weg erkämpfen. Wir haben es aber doch geschafft dem Gewirr heil zu entkommen. Auf einer Stadtautobahn sind wir erst einmal Richtung San Antonio de Areca gefahren, um uns dort wieder mit Claudia, Gerhard und deren 9 Monate alten Sohn Ottmar zu treffen. Das Wiedersehen haben wir mit einem kleinen Asado gefeiert.

Sie haben übrigens ihr Wohnmobil in der Rekordzeit von 5 Stunden aus dem Hafen bekommen. Ganz ohne professionelle Hilfe.

Sie wurden durch hilfsbereite argentinische LKW-Fahrer, die mit der Prozedur vertraut waren, durch alle Instanzen geführt. Sie mussten auch nicht zur Bank, sondern konnten komischerweise vor Ort in Pesos bezahlen.

 

01.10.09

 

Diesen Tag haben wir genutzt, um MAX von den Spuren des Einbruchs zu befreien. Die Scharniere der herausgerissen Schranktür habe ich wieder zurecht gebogen und angeschraubt.

Funktioniert wieder einwandfrei. Allerdings werden uns die „Schönheitsfehler“, die ganze Reise an den Einbruch erinnern.

Später waren wir noch in San Antonio beim Telefonieren und Einkaufen. In einer Metzgerei wollten wir 500 gr. Fleisch zum Grillen kaufen. Der Metzger und die Verkäuferin meinten, dass dies für zwei Personen viel zu wenig sei. Also haben wir 1,5 kg Rippchen gekauft. Damit waren sie zufrieden und wir am Abend gut satt.

 

02.10.09

 

Kurz nachdem wir heute aufgebrochen waren, merkte ich, dass mit der Bremse etwas nicht stimmt. Beim Treten des Pedals baute sich erst Druck auf, der dann aber langsam wieder nachließ. Da das Problem sich jedoch nicht erheblich auf die Bremskraft auswirkte, beschlossen wir weiterzufahren und es erst in Posadas beheben zu lassen.

Wir wurden heute auch gleich in einer der zahllosen Kontrollstellen angehalten und kontrolliert. Angeblich sei es in Argentinien nicht erlaubt mit Anhängerkupplung zu fahren. Trotz langer Diskussion, dem üblichen Vorwand erst mit der Botschaft telefonieren zu müssen, usw. gelang es uns nicht den Beamten von der Verwarnung abzubringen. Als er uns dann auch noch den passenden Gesetzestext zeigte, mussten wir klein beigeben und die 75 Euro zahlen. Als Trost versicherte er uns, dass wir wegen der selben Sache kein zweitesmal verwarnt werden könnten. Schöner Sch...

Übernachtet haben wir dann an einer Tankstelle.

 

03.10.09

 

Heute wurden wir wieder kontrolliert, diesmal von der Gendamerie. Die waren aber ganz freundlich und wollten, mehr aus Neugier, unser Papiere sehen.

Das Problem mit den Bremsen wurde heute schlimmer. Wir beschlossen in Concordia in eine Werkstatt zu fahren. Die einzige Werkstatt die wir auf die Schnelle fanden teilte uns mit, dass es in Concordia angeblich keine Werkstatt gibt, die Bremsen reparieren kann. Die Erste, die sich auf Bremssysteme spezialisiert habe, sei 80 km entfernt. Wer´s glaubt... Es war Samstag kurz vor 18.00 Uhr, der Meister wollte bloß seine Ruhe. Wir fuhren an eine Tankstelle, um dort zu übernachten. Susi fragte bei der Gelegenheit den Tankwart, ob dieser eine Werkstatt kennt. Und welch Glück, es gibt in Concordia sogar eine IVECO Werkstatt. Aber die öffnet erst wieder am Montag. Trotzdem beschlossen wir zu warten.

 

 

05.10.09

 

Gestern haben wir, außer auf heute warten mal nichts gemacht.

Heute früh sind wir gleich los zur Werkstatt. Nach Schilderung unseres Problems sagten sie zuerst, sie wären nicht zuständig für die Reparaturen von Bremsen. Nachdem sie aber Jakob sahen und der Chef erfuhr, dass er es mit Deutschen zu tun hatte, nahmen sie sich doch unseres Problems an. Sie bauten die Vakuumpumpe aus und stellten fest, dass eine Dichtung defekt war. Der Chef fuhr dann gleich los und kam mit einer neuen Pumpe zurück. Nachdem sie sie eingebaut hatten, funktionierten die Bremsen wieder einwandfrei, allerdings waren sie jetzt relativ streng eingestellt. Aber egal, Hauptsache sie gehen wieder. Die Reparatur und das Ersatzteil haben uns 70 Euro gekostet.

Da es erst Mittag war, beschlossen wir zuerst in die Innenstadt zu fahren, um unsere Geldvorräte aufzufüllen und dann weiter Richtung Posadas.

Und nach etwa 7 km blockierten die Hinterbremsen, so „a verfl...besch...Schofsche...“. Wir konnten noch in eine Nebenstraße fahren und dort neben einem Bolzplatz parken. Natürlich waren wir für die Anwohner die Attraktion des Tages. Drei Gringos, die mit ihrem Wohnmobil in der prallen Sonne vor ihrer Haustür parkten. Aber sie waren sehr hilfsbereit und besorgt: Leider wäre jetzt Siesta und die Werkstätten machten erst wieder zwischen 15 und 16.00 Uhr auf. Aber wir könnten bei ihnen telefonieren, wenn es soweit ist. Nach zwei Stunden wollte Susi los um die IVECO Werkstatt anzurufen, vorher probierte ich doch nochmal, ob sich die Bremsen durch das Abkühlen wieder gelöst hatten. Und tatsächlich konnten wir weiterfahren. An der Werkstatt angekommen, war es den Beteiligten sichtbar peinlich und sie stellten die Bremsen erneut ein. Natürlich wieder nach Gefühl.

Wir sind danach noch etwas über 100 km gefahren und die Bremsen halten bis jetzt. Auf der Strecke wurden wie auch noch einmal wegen der Anhängerkupplung aufgehalten. Aber wir konnten ja die Quittung des ersten Mal vorzeigen und tatsächlich ging das für den Polizisten in Ordnung. Nachdem er dann auch noch den Feuerlöscher und die zwei Warndreiecke begutachtet hatte, durften wir weiterfahren. So jetzt reicht´s aber mit den Kontrollen, das war die Dritte in 4 Tagen.

 

06.10.09

 

Heute sind wir früh aufgewacht. Nachdem Frühstück habe ich erst einmal die Anhängerkupplung abgeschraubt. Aus irgendeinem Grund wollten wir gleich losfahren und erst im nächsten Ort tanken und unsere Lebensmittelvorräte auffüllen.

Der nächste Ort kam, mit ihm die nächste Tankstelle, aber leider ohne Dieselzapfsäule. Den nächsten Diesel gäbe es erst in 140 km. Also haben wir unseren restlichen Tankinhalt mit etwas GASOIL gestreckt, dass hier oft anstatt Diesel verkauft wird. Wir waren uns nicht sicher, ob wir die 140 km schaffen würden, aber wir probierten es. Und schafften es natürlich nicht. Nach ca. 130 km war der Tank restlos leer und wir mussten am Straßenrand halten. Dummheit gehört eben bestraft.

Zum Glück im Unglück stand keine 100 m hinter uns ein LKW Fahrer mit seinem Truck. Obwohl dieser selber schon sehr wenig Diesel in seinen Tanks hatte, füllte er uns 10 l ab.

Während wir den Motor entlüfteten, hielt neben uns ein Expeditionstruck mit einer 6 köpfingen französischen Familie. Sie boten uns ihre Hilfe an. Sie erzählten, dass sie schon seit zwei Jahren auf dem amerikanischen Kontinent unterwegs waren und die folgenden zwei Jahre Osteuropa erkunden wollen.

Alle Langzeitreisenden mit eigenem Fahrzeug die wir bisher getroffen haben waren Familien mit Kindern. Und bis auf eine Ausnahme, waren es nur französische Familien. Sie sagen, das Leben auf Reisen ist für Franzosen billiger, als das Leben in Frankreich.

Nach einem kurzen Gespräch setzten wir unser Fahrt fort. An der nächsten Tankstelle füllten wir unser Tanks und fuhren bis kurz vor Posada. Dort haben wir wieder an einer Tankstelle übernachtet.

 

 

 

07.10.09

 

Mittags sind wir in Posadas angekommen. Dort wollten wir uns auf einen Campingplatz stellen und uns ein bisschen Ruhe gönnen. Nachdem wir uns durch das verwirrende Straßensystem gekämpft hatten und am Ziel angekommen waren, mussten wir feststellen, dass der Campingplatz geschlossen war. Für Wohnmobile wäre er sowieso nichts gewesen, da der Platz durch eine hohe Mauer umgeben ist und keine Einfahrt für Fahrzeuge hat. Wir beschlossen erstmal unsere Vorräte aufzufüllen und uns dann ein ruhiges Plätzchen in der Stadt zu suchen. Wir fanden auch einen Platz, zwar mit ziemlicher Schräglage und nicht unbedingt am ruhigsten Ort, dafür aber zentral und sicher. Gleich anschließend gingen wir zur Post, um die zwei Briefe, die postlagernd da sein sollten, zu holen. Es war leider nur einer da.

Abends gingen wir noch zur Plaza, wo es Livemusik gab und ließen die Atmosphäre auf uns wirken. Der Jakob hatte großen Spaß die Bodenbeleuchtung unter seinen Füßen zu verstecken.Tanzte, hüpfte, rannte und begeisterte die argentinischen Kinder. Jetzt, um ca. 21 Uhr bauten allmählich die Asadostände auf. Es roch verführerisch. Wir waren allerdings schon auf dem Weg ins Bett. Wir müssten fast unseren Rhythmus ändern, denn wenn alle auf die Straße gehen, gehen wir ins Bett.

 

08.10.09

 

Nachdem auch heute der zweite Brief nicht da war, beschlossen wir weiter Richtung Iguazufälle zu fahren. Bis kurz vor Posadas fuhren wir durch die Pampa. Eine flache, weite, teils sumpfige Landschaft. Man fährt ewig gerade aus , rechts und links nur Weidefläche. Stellenweise kommt man an Mate- und Orangenplantagen vorbei oder streift aufgeforstet Pinienwälder.

Ab Posadas ändert sich die Landschaft merklich, die Pampa weicht den Urwald Gebieten Missiones. Das Land wird hügeliger. Es ist fast als wäre es wellig, ein stetiges auf und ab.

Auf dem Weg lag San Ignazio Miní. Das war eine Jesuitenreduktion. So wurden die Kolonien genannt, die die Jesuiten gründeten. Wir stellten unser Auto neben der Schule ab. Aus dem Haus gegenüber winkte uns eine ältere Dame zu. Sie konnte ein bisschen Deutsch , wie so viele in Missiones. Sie freute sich so sehr Deutsche zu treffen, dass sie uns gleich ein Bett in ihrem Haus anbot und uns einlud Mate mit ihr zu trinken. Matetee trinken gehört zum Lifestyle der Argentinier. Er wird überall getrunken und im Gespräch in die Runde gereicht.

Die Ruinen waren schön, aber nichts Weltbewegendes. So fuhren wir nachmittags noch ein Stück bis Esperanza, wo wir wieder an einer Tankstelle übernachteten. Die bis zu 25 m langen Schlepper üben ein große Faszination auf unseren Jakob aus. Er macht bereits das Geräusch nach, das die LKWs beim Druck ablassen der Bremsen machen.

 

09.10.09

 

Um 10.30 Uhr waren wir bereits in Puerto Iguacu. Im Touristenbüro informierten wir uns über die notwendigen Dinge, wie Wasserfälle, Wäscherei – was unsere Klamotten unbedingt nötig hatten-, Campingplätze. Die Stadt war uns auf Anhieb sympathisch. Sie hat alles was das Touristenherz begehrt und ist schön ruhig. Zu dieser Jahreszeit zumindest. Der Campingplatz außerhalb Puerto Iguacu ist super. Für umgerechnet 12 Euro ist alles geboten. Vor allem auch ein Swimmingpool und ein Spielplatz. Da kann sich der Jakob richtig austoben und sein Boot zum ersten mal zu Wasser lassen.

 

10.10.09

 

Heute waren wir bei den Iguazú Fällen. Ein wirklich atemberaubender Anblick, wie sich dort der sonst träge dahinfliesende Río Iguazú in über hundert großen und kleineren Einzelfällen, teils über 70 m in die Tiefe stürzt. Und das ganze auf einer Länge von ca. 2,3 km. Überall spritzt die Gischt, teilweise so hoch und dicht, dass man das Ende der Fälle nicht erkennen kann. Die feinen Wassertropfen verwandeln sich zu schönen Regenbogen. Faszinierend.

 

12.10.09

 

Gestern und heute haben wir einmal nichts gemacht und uns ausgeruht. Heute Nachmittag ist dann zufällig Erik und seine Familie aufgetaucht. Mit ihnen haben wir dann den Abend verbracht.

 

13.10.09

 

Heute konnten wir uns aufraffen, uns die Fälle von der brasilianischen Seite aus anzuschauen. Wir stellten MAX an der Grenze ab und fuhren mit öffentlichen Bussen weiter bis zum Nationalpark.

Von dieser Seite aus haben sie uns noch besser gefallen, als von der Argentinischen. Man hat hier einen traumhaften Panoramablick auf die Cataratas. Zur Zeit führt der Rió Iguazú sehr viel Wasser und die Massen stürzen sich mit lautem Getöse über die Abbruchkante.

Das schönste aber war eine Aussichtsplattform in mitten der Fälle. Dort kann man diese ungezähmte Naturgewalt unmittelbar erleben. Ringsherum tost das Wasser, ein ohrenbetäubender Lärm erfüllt die Luft und die aufsteigende Gischt nimmt einem die Sicht. Überwältigend. Leider wird man dabei auch pitschnass...

Wir hatten Glück, es waren an diesem Tag sehr wenig Besucher im Park unterwegs, so konnten wir uns viel Zeit nehmen und alles in Ruhe auf uns wirken lassen. Jakob fand´s allerdings nicht so spannend, er hat die meiste Zeit schlafend in seiner Krax´n verbracht.

Eigentlich wollten wir heute an einer Tankstelle übernachten, um Geld zu sparen. Aber ich konnte Susi davon überzeugen, dass eine warme Dusche und ein Asado der krönende Abschluss des heutigen Tages wären. Also sind wir doch noch einmal auf den Campingplatz.